Die Originalausgabe erschien 2010 unter dem Titel




НазваниеDie Originalausgabe erschien 2010 unter dem Titel
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Der Dachboden


I.


In dem ereignisreichen Sommer 1851, als die Menschen in Scharen in die Londoner Weltausstellung strömten und Thomas Marsham sein neues Haus in Norfolk bezog, brachte Charles Darwin ein dickes Manuskript zu seinen Verlegern, das Ergebnis von acht Jahren hingebungsvoller Forschungsarbeit zu Wesen und Verhalten der Rankenfußkrebse. Die Monographie der fossilen Lepadidae, oder Cirripediae Pedunculatae Großbritanniens klingt nicht nach kurzweiliger Unterhaltung und war es auch nicht, doch das Werk sicherte Darwin seinen Ruf als Naturforscher und verlieh ihm, mit den Worten eines Biografen, »die Autorität, über Variabilität und Transmutation zu sprechen«. Oder anders gesagt: über die Evolution. Dabei war Darwin mit den Rankenfußkrebsen noch gar nicht fertig. Drei Jahre später legte er eine 684-Seiten-Studie über sessile Cirripedien und eine bescheidenere Begleitstudie über die Rankenfußkrebsfossilien vor, die im ersten Werk nicht behandelt worden waren. »Ich hasse Rankenfußkrebse, wie sie noch nie ein Mensch gehasst haben kann«, sagte er nach Abschluss der Arbeit, und wer könnte das nicht verstehen?

Die Fossilen Lepadidae waren kein Bestseller, aber sie verkauften sich auch nicht schlechter als ein anderes 1851 veröffentlichtes Buch — eine seltsame, geheimnisvoll weitschweifige Parabel über den Walfang mit dem Titel Der Wal. Das Buch kam eigentlich zur rechten Zeit, denn überall wurden Wale bis zur Ausrottung gejagt, doch Kritiker und Leser erwärmten sich nicht dafür, sie verstanden es nicht. Es war zu dicht geschrieben und verwirrend, zu düster und nachdenklich. Einen Monat später kam das Buch in den Vereinigten Staaten unter einem anderen Titel heraus: Moby Dick, verkaufte sich aber auch nicht besser. Der Misserfolg war überraschend, denn der Autor, der zweiunddreißig Jahre alte Herman Melville, war mit zwei früheren Geschichten über Abenteuer auf dem Meer, Taipi und Omu, sehr erfolgreich gewesen. Moby Dick schlug während seiner Lebenszeit nie ein. Auch sonst nichts mehr aus Melvilles Feder. Er starb fast vergessen 1891. Sein letztes Buch, Billy Budd, fand erst mehr als dreißig Jahre nach seinem Tod einen Verleger.

Obwohl Mr. Marsham wahrscheinlich weder Moby Dick noch Fossile Lepadidae kannte, spiegelt sich in beiden Büchern ein grundsätzlicher Wandel wider, der schon vor ihrer Publikation die denkende Welt erfasst hatte: der beinahe zwanghafte Drang, jede noch so kleine erkennbare Tatsache festzuhalten und ihr schwarz auf weiß dauerhaft Anerkennung zu verschaffen. Unter Herren mit einem Hang zur Wissenschaft war Feldforschung der allerletzte Schrei. Manche entschieden sich für Geologie und sonstige Naturwissenschaften, andere sammelten Altertümer. Die Abenteuerlustigsten opferten den Komfort von Heim und Herd und oft Jahre ihres Lebens, um entfernte Ecken der Welt zu erkunden. Sie wurden — Wissenschaftler und Forscher.

Ihre Neugierde und Hingabe waren unerschöpflich. Kein Ort war zu entlegen oder zu unwirtlich, kein Ding nicht der Betrachtung wert. Es war die Ära, in der der Pflanzenjäger Robert Fortune als Einheimischer verkleidet durch China reiste und Informationen über Anbau und Verarbeitung von Tee sammelte, als David Livingstone sich den Sambesi hinauf und in die dunkelsten Ecken Afrikas kämpfte, als Abenteuerbotaniker das Innere Nord- und Südamerikas durchkämmten und interessante neue Tiere und Pflanzen suchten und als Charles Darwin, gerade einmal zweiundzwanzig Jahre alt, als Naturforscher zu einer abenteuerlichen Fahrt aufbrach.

Fast alles, dem Darwin während der fünf Jahre seiner Reise begegnete, war ihm der Aufmerksamkeit wert. Er notierte so viele Fakten und brachte eine solche Fülle an tierischen, pflanzlichen, geologischen und fossilen Fundstücken mit, dass er schon eineinhalb Jahrzehnte brauchte, um nur durch die Rankenfußkrebse zu kommen. Neben vielem anderen fand er Hunderte neuer Pflanzenarten, machte viele wichtige Fossilien- und geologische Entdeckungen, entwickelte eine weithin beachtete Hypothese zur Bildung von Korallenatollen und sammelte Materialien und Erkenntnisse, die ihn zu einer revolutionären Theorie des Lebens führten — nicht schlecht für einen jungen Mann, der, wenn sein Vater sich durchgesetzt hätte, Landpfarrer geworden wäre wie unser Mr. Marsham. (Eine Aussicht, die Darwin fürchterlich fand.)

Eine der Ironien an der Fahrt der Beagle war, dass Kapitän Robert FitzRoy den jungen Darwin angeheuert hatte, weil er theologisch gebildet war und Beweise für eine biblische Interpretation der Geschichte finden sollte. Als Josiah Wedgwood auf Robert Darwin eingeredet hatte, er möge Charles gehen lassen, hatte er sich große Mühe mit dem Argument gegeben, dass »die Beschäftigung mit Naturgeschichte [...] für einen Pfarrer sehr angemessen« sei. Letztlich war es natürlich so, dass Darwin, je mehr er von der Welt sah, desto mehr zu dem Schluss kam, dass Geschichte und Entwicklung der Erde weit älter und komplizierter waren, als man allgemein annahm. Schon in seiner Theorie über die Korallenatolle ging es um eine Zeitspanne, die weit über die sieben Schöpfungstage in der Bibel hinausging. Was den frommen, launischen Kapitän FitzRoy zutiefst erboste.

Schlussendlich entwickelte Darwin natürlich eine Theorie die des Überlebens der Bestangepassten, wie wir sie gemeinhin kennen; die der natürlichen Selektion, wie er sie nannte —, die die wunderbare Komplexität aller Lebewesen erklärte, ohne dass man überhaupt eine Gottheit dazu erfinden musste. 1842, sechs Jahre nach dem Ende seiner Reise, verfasste er eine 230-Seiten-Zusammenfassung, in der er die grundsätzlichen Bestandteile der Theorie umriss. Dann machte er etwas Erstaunliches: Er schloss den Text in eine Schublade und ließ ihn sechzehn Jahre lang darin liegen. Das Thema war ihm zu heiß für eine öffentliche Debatte.

Dabei waren schon lange vor Darwin Leute immer wieder auf Dinge gestoßen, die nicht zu orthodoxen Glaubensvorstellungen passten. Eines der ersten Male passierte es ein paar Kilometer von unserm alten Pfarrhaus entfernt, im Dorf Hoxne, wo Ende der 1790er Jahre ein wohlhabender Landbesitzer und begeisterter Sammler vorgeschichtlicher Relikte namens John Frere ein kleines Lager mit Feuersteinwerkzeugen entdeckte, die dort zusammen mit den Knochen lange ausgestorbener Tiere lagen, die wiederum auf eine Koexistenz hinwiesen, die es gar nicht hätte geben dürfen. In einem Brief an die Londoner Gesellschaft für Altertumskunde berichtete Frere, dass die Werkzeuge von Menschen hergestellt worden seien, »die noch kein Metall hatten [...], [was] uns dazu verleiten könnte, sie in eine wirklich sehr weit entfernte Periode zu versetzen«. Das war eine für die Zeit über die Maßen scharfsinnige Erkenntnis — ja, so scharfsinnig, dass sie fast gänzlich ignoriert wurde. Der Sekretär der Gesellschaft dankte ihm für diese »kuriose und sehr interessante Mitteilung«, und das war's dann für die nächsten vierzig Jahre.

Doch dann fanden auch andere Leute Werkzeuge und uralte Knochen verwirrend nah beisammen. In einer Höhle in der Nähe von Torquay in Devon entdeckte Pater John MacEnery, ein katholischer Prieser und Amateurgräber, mehr oder weniger unstrittige Beweise, dass Menschen Mammuts und andere nun ausgestorbene Tiere gejagt hatten. MacEnery fand diesen Gedanken so unangenehm — weil den biblischen Vorstellungen wi-

*Als man einhundert Jahre später die Bedeutung des Fundes endlich begriff, benannte man zu Ehren des Ortes, wo Frere ihn gemacht hatte, ein geologisches Zeitalter Hoxnian Interglacial (auf Deutsch die Holstein-Warmzeit).

dersprechend —, dass er seine Funde für sich behielt. Dann entdeckte ein französischer Zollbeamter namens Jacques Boucher de Perthes am Kiesufer der Somme auch solche Knochen samt Werkzeugen und schrieb ein langes, wichtiges Werk darüber, das international Aufmerksamkeit erregte: Keltische und vorsintflutliche Altertümer.

Fast zur gleichen Zeit ging William Pengelly, ein englischer Schulrektor, noch einmal in MacEnerys Höhle und in eine andere im nahen Brixham und berichtete über die Funde, die MacEnery nicht mitzuteilen gewagt hatte. Um die Mitte des neunzehnten Jahrhunderts wurde also zunehmend deutlich, dass die Erde nicht nur eine Menge Geschichte barg, sondern sogar das hatte, was erst viel später Vorgeschichte genannt wurde.

Dann schickte im Frühsommer 1858 Alfred Russel Wallace Charles Darwin ein Päckchen vom Indonesischen Archipel, dessen Inhalt wie eine Bombe einschlug und berühmt geworden ist: die Rohfassung eines Aufsatzes »Über die Neigung der Arten, sich auf unbestimmte Zeit vom ursprünglichen Typ zu entfernen«. Darin entwickelte Wallace Darwins eigene Theorie, zu der er unabhängig und in aller Unschuld gelangt war. »Ich habe noch nie einen größeren Zufall erlebt«, schrieb Darwin. »Wenn Wallace meine Manuskriptskizze aus dem Jahr 1842 zusammengefasst hätte, hätte die Darstellung nicht besser sein können.«

Die Regeln hätten es erfordert, dass Darwin beiseitegetreten wäre und Wallace das volle Verdienst für die Theorie hätte zukommen lassen, doch zu einer solch noblen Geste war Darwin nicht fähig. Die Theorie lag ihm zu sehr am Herzen. Zusätzlich kompliziert war in der Zeit, dass sein achtzehn Monate alter Sohn Charles schwer an Scharlach erkrankt war. Trotzdem schaffte Darwin es, sich brieflich sofort an seine hervorragendsten Wissenschaftlerfreunde zu wenden, und sie halfen ihm, eine Lösung zu finden. Man einigte sich darauf, dass Joseph Hooker und Charles Lyell bei einemTreffen der Linnäischen Gesellschaft in London eine Zusammenfassung der beiden Papiere vortragen und dabei Darwin und Wallace gleichen Anteil an der Urheberschaft für die neue Theorie geben sollten. Das geschah am ersten Juli 1858.Wallace, nichts von diesen Machenschaften ahnend, war weit weg am anderen Ende der Welt, Darwin konnte nicht kommen, weil er und seine Frau an dem Tag ihren Sohn begruben.

Aber er setzte sich nun umgehend daran, seine Vorarbeiten zu einem Buch auszuformulieren, und im November 1859 wurde es als Über die Entstehung der Arten im Tier- und Pflanzen-Reich durch natürliche Züchtung, oder Erhaltung der vervollkommneten Rassen im Kampfe um's Daseyn veröffentlicht (Deutsch 1860). Es wurde sofort zum Bestseller. Darwins Theorie brachte das gesamte Weltbild durcheinander, und viele Leute wünschten sich sehnsüchtig, sie sei nicht wahr. Darwin selbst sagte zu einem Freund, das Buch zu schreiben sei gewesen, »wie einen Mord zu gestehen«.

Viele gläubige Menschen konnten einfach nicht akzeptieren, dass die Erde so alt und so willkürlich belebt worden war, wie all die neuen Ideen suggerierten. Ein führender Naturforscher, Philip Henry Gosse, stellte eine gewissermaßen verzweifelte Theorie auf, die er »Prochronismus« nannte und der gemäß Gott die Erde nur so alt aussehen ließ, damit wissbegierige Menschen an interessanteren Dingen herumknobeln konnten. Selbst Fossilien, behauptete Gosse, habe Gott in der einen geschäftigen Schöpfungswoche in die Felsen gesetzt.

Allmählich aber akzeptierten gebildete Menschen, dass die Welt nicht nur älter war, als die Bibel meinte, sondern auch viel komplizierter, unvollkommener und konfuser. Natürlich unterminierte das die ganze Basis, auf der Kirchenmänner wie Mr. Marsham so zuversichtlich wirkten. Für ihre gesellschaftliche Stellung war es der Anfang vom Ende.

Kartoffeln« buddelten sie Artefakte aus, bemerkte ein alarmierter Beobachter. In Norfolk räumten zum tiefen Bedauern späterer Forschergenerationen Mitglieder der neuen Archäologischen Gesellschaft von Norfolk und Norwich (gegründet, kurz bevor Mr. Marsham seine Stelle in unserem Dorf antrat) weit über hundert Grabhügel aus, einen großen Teil der Grabhügel in der Grafschaft überhaupt, ohne dass sie zu den Funden und ihrer Lage irgendwelche Aufzeichnungen machten.

Es ist schon eine schmerzliche Ironie der Geschichte: Als die Briten ihre Vergangenheit entdeckten, zerstörten sie gleichzeitig einen großen Teil davon. Niemand verkörperte den raffgierigen Typ Sammler besser als William Greenwell (1820-1918), Kanonikus der Kathedrale von Durham, dem wir schon als Erfinder von Greenwell's Glory begegnet sind, der (bei denen, die solche Dinge rühmen) hochgerühmten Forellenfliege. Im Verlaufe eines langen Lebens legte Greenwell »durch Schenkungen, Ankäufe und Straftaten«, wie ein Historiker sagte, eine außergewöhnliche Sammlung von Artefakten an. Er grub im Alleingang 443 Hügelgräber in ganz England aus, besser gesagt, er »fraß sich durch«. Sein Sammlerdrang war nicht zu bremsen, aber er verfuhr dabei absolut schludrig. Er hinterließ buchstäblich keine Notizen oder Dokumentationen, weshalb es so gut wie unmöglich ist, zu erkennen, was von wo kommt.

Seine einzige gute Tat ist, dass er einen Mann mit dem prächtigen Namen Augustus Henry Lane Fox Pitt Rivers mit dem Zauber der Archäologie bekannt machte. Pitt Rivers wiederum ist wegen zweier Dinge denkwürdig: als einer der bedeutendsten frühen Archäologen und absolut fieser Typ. Wir sind ihm in diesem Buch schon beiläufig begegnet. Er war das Ungeheuer, das darauf bestand, dass seine Frau kremiert wurde. (»Verdammt noch mal,Weib. Brennen wirst du!«, beliebte er zu scherzen.) Pitt Rivers kam aus einer interessanten Familie, von der wir ebenfalls schon einige Mitglieder kennengelernt haben, insbesondere zwei seiner Großtanten, die echte Kracher waren. Die erste, Penelope, ehelichte den Viscount Ligonier of Clonmell und war, wenn Sie sich erinnern, diejenige, die eine Affäre mit einem italienischen Grafen hatte und dann mit ihrem Lakaien durchbrannte. Die zweite Tante war die junge Frau, die Peter Beckford heiratete, sich aber verhängnisvollerweise in dessen Cousin William, den Erbauer von Fonthill Abbey, verliebte. Beide Damen waren die Töchter von George Pitt, dem ersten Baron Rivers, von dem unser Pitt Rivers beide Hälften seines Namens hat.

Augustus Pitt Rivers war ein großer, einschüchternder Mann, dem berühmt schnell die Sicherungen durchbrannten, Herrscher über ein Anwesen von 27 000 Morgen, das Rushmore hieß und in der Nähe von Salisbury lag. Er war berüchtigt für seinen Geiz. Als seine Frau einmal die Dorfbewohner zu einer Weihnachtsfeier nach Rushmore eingeladen hatte, musste sie bekümmert erleben, dass niemand kam. Sie wusste nicht, dass ihr Gatte von ihrem Vorhaben gehört und die Tore zum Gut mit Vorhängeschlössern hatte schließen lassen.

Er neigte zu übermäßigen, jähen Gewaltausbrüchen. Nachdem er einem seiner Söhne wegen eines nicht bekannten Vergehens das Haus verboten hatte, untersagte er seinen anderen Kindern auch gleich den Kontakt mit ihm. Doch eine Tochter, Alice, hatte Mitleid mit ihrem Bruder, traf ihn an der Grenze des Anwesens und gab ihm Geld. Pitt erfuhr davon, fing sie auf dem Rückweg ab und prügelte sie mit ihrer eigenen Reitgerte windelweich.

Pitts Spezialität, ja, gar eine Art Hobby war es, betagte Pächter zwangszuräumen. Einmal kündigte er einem Mann und seiner körperbehinderten Frau, beide über achtzig. Als sie ihn baten, seine Entscheidung zu überdenken, weil sie keine Verwandten hätten und nicht wüssten, wo sie hingehen sollten, antwortete er ihnen ungerührt: »Mit Bedauern habe ich Ihren Brief gelesen und erfahren, wie sehr es Ihnen missfällt, Hinton zu verlassen. Um es kurz zu machen: Meine Pflichten gegenüber meinem Besitz machen es unabdingbar, dass ich das Haus sobald wie möglich in Besitz nehme.« Das Paar wurde unverzüglich vor die Tür gesetzt, obwohl Pitt Rivers das Haus nie weitervermietete und es nach dem, was sein Biograf Mark Bowden sagt, höchstwahrscheinlich auch nie vorhatte. *

Trotz seiner menschlichen Mängel war Pitt Rivers ein hervorragender Archäologe — ja, sogar einer der Väter der modernen Archäologie, denn er brachte Systematik und Genauigkeit hinein. Sorgfältig beschriftete er Keramik- und andere Fragmente, als das noch keineswegs die Regel war. Das systematische Gliedern und sogenannte Typologisieren archäologischer Funde wurde seine Erfindung. Überraschenderweise war er weniger interessiert an glitzernden Kostbarkeiten als an Gegenständen des täglichen Lebens: Bechern, Kämmen, Zierperlen und dergleichen, die bis dato immer sehr unterbewertet worden waren. Er begeisterte sich auch für präzise Untersuchungsmethoden. Um menschliche Schädel exakt vermessen zu können, erfand er ein Gerät, das Kraniometer. Nach seinem Tod bildete seine Sammlung die Grundlage für das großartige Pitt Rivers Museum in Oxford.

Großteils dank Pitt Rivers' Methodik wurde die Archäologie in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts mehr wie eine Wissenschaft und weniger wie eine Schatzsuche betrieben, und mit der unfasslichen Schlamperei der frühen Altertums»forscher« hatte es ein Ende. In anderer Hinsicht aber wurde die Zerstörung

*Pitt Rivers' ältester Sohn Alexander scheint die Vorliebe seines Erzeugers, Pächter zu schurigeln, geerbt zu haben. Ein Mann, der sein Leben lang der sanfteste Mensch auf Erden gewesen war, wurde von dem jungen Alexander derart zur Verzweiflung getrieben, dass er in riesigen Lettern mit Unkrautvernichtungsmittel »VERPÄCHTERSCHUFT« auf den Rasen von Rushmore schrieb. Alexander verklagte ihn wegen Verleumdung und bekam einen symbolischen Schadenersatz von einem Shilling, konnte sich aber freuen, dass die Prozesskosten den Pächter finanziell ruiniert hatten. Pitt Rivers' andere acht Kinder waren anscheinend alle anständige Leutchen. George — der mit dem Hausverbot und unfreiwilliger Grund für die Prügel, die seine Schwester bezog — wurde erfolgreicher Erfinder mit Schwerpunkt elektrische Beleuchtung. Bei der Internationalen Elektrizitätsausstellung in Paris 1881 führte er eine Glühlampe vor, die den Erfindungen von Edison oder Swan in nichts nachstand.

noch schlimmer. Praktisch alle alten Monumente waren in Großbritannien in privater Hand, und kein Gesetz zwang die Besitzer, sich darum zu kümmern. Es gab unendlich viele Geschichten von Leuten, die Dinge zerstörten, weil sie ihnen lästig waren oder sie ihre Besonderheit nicht erkannten. Auf den Orkneyinseln, in Stenness, unweit von Skara Brae, zerstörte ein Farmer einen prähistorischen Megalithen, den Odinstein, weil der ihm beim Pflügen im Weg war. Als er auch noch die heute berühmten Steine von Stenness zerstören wollte, gelang es den entsetzten Inselbewohnern, ihn davon abzubringen.

Selbst etwas so Unvergleichliches wie Stonehenge war bedroht. Immer wieder schnitzten Besucher ihren Namen in die Steine und schlugen sich Stücke ab, um sie als Souvenir mitzunehmen. Ein Mann wurde erwischt, als er mit einem Vorschlaghammer einen der Steine bearbeitete. Anfang der 1870er Jahre verkündete die London-South Western Railway Pläne, eine Strecke mitten durch den Steinkreis zu führen. Als sich die Leute beschwerten, konterte ein Eisenbahnbeamter, dass Stonehenge »vollkommen kaputt und für niemanden heute von allergeringstem Nutzen sei«.

Ganz klar: Das uralte Erbe Großbritanniens brauchte einen Retter. Auf trat einer der ungewöhnlichsten Männer dieses ungewöhnlichen Zeitalters. Er hieß John Lubbock und ist erstaunlicherweise kaum bekannt. Einen Mann, der auf mehr Gebieten mehr nützliche Dinge tat und weniger Ruhm dafür erntete, findet man schwerlich.

Lubbock war der Sohn eines reichen Bankers und wuchs in der Nachbarschaft von Charles Darwin in Kent auf. Er spielte mit Darwins Kindern und ging in Darwins Haus ein und aus. Da er sich für die Naturgeschichte interessierte, mochte ihn der große Mann sehr. Die beiden verbrachten viele Stunden zusammen in Darwins Arbeitszimmer und schauten sich — jeder durch sein Mikroskop — Präparate an. Als Darwin wieder einmal an Depressionen litt, war der junge Lubbock der einzige Besucher, den er empfing.



Als Erwachsener folgte Lubbock seinem Vater ins Bankgeschäft, doch sein Herz hing an der Naturwissenschaft. Er experimentierte unermüdlich, wenn auch ein wenig exzentrisch. Einmal versuchte er drei Monate lang, seinem Hund das Lesen beizubringen. Als sein Interesse für die Archäologie aufkeimte, lernte er Dänisch, weil Dänemark damals in dem Bereich führend war. Weil er sich außerdem sehr für Insekten interessierte, hielt er ein Bienenvolk in seinem Wohnzimmer, um dessen Gewohnheiten besser studieren zu können. 1886 entdeckte er die Pauropoda, die Wenigfüßer, aus der Familie der winzigen und bis dato unbekannten Milben, die in unserem Kapitel über »Haustiere« vorkamen. Da viele Milben, wie wir ja gesehen haben, erst Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts von der Wissenschaft zur Kenntnis genommen wurden, war die Entdeckung einer Familie davon 1886 eine beachtliche Leistung, vor allem für einen Banker, der sich nur abends und an Wochenenden mit den naturwissenschaftlichen Fragen beschäftigen konnte. Nicht weniger beachtlich waren Lubbocks Studien der Variabilität der Nervensysteme bei Insekten, mit der sich Darwins Idee der »Abstammung mit Modifikation« beweisen ließ.

Aber Lubbock war nicht nur Banker und begeisterter Insektenkundler, sondern auch ein hervorragender Archäologe, Mitglied des Kuratoriums des Britischen Museums, Parlamentsabgeordneter, Vizekanzler (und damit Chef) der London University und Autor populärer Bücher und noch vieles andere mehr. Als Archäologe prägte er die Begriffe »paläolithisch (altsteinzeitlich), »mesolithisch (mittelsteinzeitlich) « und »neolithisch (jungsteinzeitlich) « und war einer der Ersten, die das praktische neue Wort »Vorgeschichte« benutzten. Als Politiker und Mitglied des Parlaments für die Liberale Partei wurde er außerdem zum Fürsprecher der arbeitenden Bevölkerung. Er brachte Gesetze zur Reduzierung der Arbeitsstunden in Läden auf zehn Stunden am Tag ein und drückte 1871 — buchstäblich im Alleingang — den Bank Holidays Act durch, ein Gesetz, das die atemberaubende Idee hatte, dass Arbeiter bezahlte nichtkirchliche Feiertage bekamen.*

Der Jubel allüberall war groß. Vor Lubbocks neuem Gesetz durften die meisten Lohnabhängigen am Karfreitag, am ersten oder zweiten Weihnachtsfeiertag (aber so gut wie nie an beiden) und an Sonntagen der Arbeit fernbleiben, und damit hatte es sich. Ein zusätzlicher arbeitsfreier Tag — noch dazu im Sommer war zu schön, um wahr zu sein. Lubbock war nach allgemeiner Meinung der beliebteste Mann in England, und »Bank holidays« hießen lange liebevoll »St. Lubbock's days«. Keiner hätte sich damals wohl vorstellen können, dass sein Name eines Tages vergessen sein würde.

In unserem Zusammenhang ist Lubbock wegen einer weiteren Neuerung wichtig: wegen des Denkmalschutzes beziehungsweise der Denkmalpflege. 1872 erfuhr er von einem Pfarrer im ländlichen Wiltshire, dass ein großer Teil von Avebury, einem uralten Steinkreis, der erheblich größer, aber nicht so malerisch war wie Stonehenge, wegen Bebauung abgerissen werden sollte. Lubbock kaufte das bedrohte Land zusammen mit zwei anderen in der Nähe gelegenen Altertümern, dem West Kennet Long Barrow (ein Hügelgrab) und Silbury Hill, einem enorm hohen, ebenfalls menschengemachten Grabhügel, dem größten in Europa.

Doch er konnte natürlich nicht alles, was bedroht war, vor der Zerstörung bewahren und drängte auf eine Gesetzgebung, mit der historische Stätten geschützt werden konnten. Das zu erreichen war nicht halb so einfach, wie der gesunde Menschenverstand meint, denn die herrschenden Tories unter Benjamin Disraeli sahen es als unerhörten Angriff auf Eigentumsrechte an. Der Gedanke, dass ein staatlicher Beamter befugt sein sollte, das

* Der Name »Bank holiday« war allerdings komisch, und Lubbock erklärte eigentlich nie, wie er darauf gekommen war. Schließlich hätte er ihn einfach »Staatsfeiertag« oder »Arbeitsfeiertag« oder sonst wie nennen können. Manchmal wird gesagt, der »Bank holiday« sei ursprünglich nur für Bankangestellte gedacht gewesen, doch dem war nicht so. Alle hatten ein Anrecht darauf.

Land einer Person höheren Standes zu betreten und ihr zu sagen, was sie mit dem eigenen Anwesen tun und lassen konnte, wurde als absurd empfunden — skandalös! Doch Lubbock blieb stur und drückte 1882 unter der neuen liberalen Regierung Gladstone das Denkmalschutzgesetz im Parlament durch — ein Meilenstein in der Geschichte der Gesetzgebung, wenn es denn je einen gegeben hat.

Weil der Denkmalschutz so eine heikle Sache war, ernannte man zum ersten Inspektor der Denkmäler jemanden, den die Landbesitzer auch respektieren würden, idealerweise ebenfalls einen großen Landbesitzer. Und zufällig kannte Lubbock einen solchen Mann — der übrigens sein neuer Schwiegervater werden sollte und niemand anderes war als Augustus Henry Lane Fox Pitt Rivers.

Dass sie durch Heirat miteinander verwandt wurden, muss die beiden Männer nicht minder überrascht haben als uns heute. Zum einen waren sie fast gleich alt. Der gerade erst verwitwete Lubbock lernte Pitt Rivers' Tochter Alice Anfang der 1880er Jahre bei einem Wochenendbesuch auf Castle Howard kennen, als er fast fünfzig und Alice gerade mal achtzehn war. Warum es zwischen den beiden funkte, entzieht sich leider unserer Kenntnis, doch kurz darauf heirateten sie. Sonderlich glücklich wurde die Ehe nicht. Alice war jünger als einige von Lubbocks Kindern, was für schwierige Beziehungen sorgte, und scheint sich auch nicht sehr für seine Arbeit interessiert zu haben. Aber ganz gewiss war das Leben mit Lubbock besser als mit einem jähzornigen prügelnden Vater.

Ob Lubbock nicht wusste, wie brutal Pitt Rivers zu Alice gewesen war, oder ob er es schlicht zu übersehen geruhte? Beides war damals möglich. Jedenfalls kamen die beiden Männer gut miteinander klar, sicher, weil sie so viele gemeinsame Interessen hatten.

Als oberster Denkmalschützer hatte Pitt Rivers keine großartige Macht. Seine Anweisungen lauteten, wichtige Monumente ausfindig zu machen, die vom Verfall bedroht waren, und dem Besitzer anzubieten, sie, falls gewünscht, in staatliche Obhut zu nehmen. Obwohl die Besitzer die Stätten dann nicht unterhalten mussten, scheuten die meisten davor zurück. Ein solcher Schritt hieß, die Kontrolle über einen Teil des eigenen Besitzes abzugeben — und selbst Lubbock zögerte, bevor er Silbury Hill aufgab. Dabei waren aus dem Gesetz schon wohlweislich Häuser, Burgen und Schlösser sowie kirchliche Gebäude ausgelassen worden. Es ging wirklich nur um ganz alte Denkmäler. Erschwerend kam hinzu, dass das zuständige Ministerium Pitt Rivers so gut wie kein Geld zur Verfügung stellte — die Hälfte des Jahresbudgets reichte gerade einmal dafür, einen niedrigen Zaun um eine einzige Begräbnisstätte zu ziehen. Ab 1890 zahlte es ihm dann überhaupt kein Gehalt mehr, sondern übernahm nur noch die Spesen und richtete zugleich die Bitte an ihn, nicht noch mehr »Reklame« für Denkmäler zu machen.

Pitt Rivers starb 1900. In achtzehn Jahren schaffte er es mit knapper Not, dreiundvierzig Denkmäler zu listen (wie es so schön heißt), kaum mehr als zwei pro Jahr. (Heute beträgt die Anzahl der gelisteten Denkmäler mehr als 19000.) Doch er setzte in zweierlei Hinsicht ein Zeichen: Er machte klar, dass historische Gebäude und Stätten so kostbar sind, dass man sie bewahren sollte. Und er ließ keinen Zweifel daran, dass deren Besitzer die Pflicht hatten, sie zu pflegen. Das wurde zu Pitt Rivers' Zeiten selten streng befolgt, doch der Grundstein für den Denkmalschutz war damit gelegt. Weitere Maßnahmen folgten: 1877 wurde die Gesellschaft für Denkmalschutz unter der Leitung des Textildesigners William Morris gegründet, der NationalTrust folgte 1895.

Gefahren lauerten dennoch überall. Stonehenge blieb in privater Hand, und der Besitzer, Sir Edmund Antrobus, weigerte sich, auf die Ratschläge der Regierung zu hören, ja überhaupt Inspektoren auf sein Land zu lassen. Um die Jahrhundertwende kursierte plötzlich die Nachricht, dass ein anonymer Käufer die Steine in die Vereinigten Staaten verschiffen und sie als Touris- tenattraktion irgendwo im Westen wieder aufstellen lassen wollte. Hätte Antrobus ein solches Angebot angenommen, hätte ihn von Gesetzes wegen nichts und niemand davon abhalten können. Nach Pitt Rivers' Tod blieb die Stelle des obersten Denkmalschützers der Nation zehn Jahre lang unbesetzt. Man wollte das Geld sparen.

II.


In dieser ganzen Zeit veränderte sich das Leben auf dem Lande drastisch. Großbritannien erlebte eine der schlimmsten Wirtschaftskrisen der neueren Geschichte, die von der darbenden Landwirtschaft ausging. In den 1870er Jahren fuhren Bauern und Landbesitzer sieben Mal katastrophale Ernten ein, konnten aber die Ausfälle nicht, wie stets in der Vergangenheit, durch höhere Preise kompensieren, weil die Konkurrenz aus Übersee gewaltig war. Vor allem aus den Vereinigten Staaten, wo dank des McCormick-Reapers, der Mähmaschine, und weiterer großer klappernder Gerätschaften irrsinnig hohe Erträge erzielt wurden. Zwischen 1872 und 1902 stieg in den USA die Weizenproduktion um das Siebenfache, während sie in derselben Zeit in Großbritannien um knapp die Hälfte sank.

Auch die Preise fielen kolossal, im letzten Viertel des neunzehnten Jahrhunderts grob gerechnet um die Hälfte. Das galt nicht nur für Weizen, Gerste und Hafer, sondern auch für Speck, Schweine-, Hammel- und Schaffleisch. Der Preis für Wolle fiel von 28 Shilling das Bündel von gut drei Kilo auf gerade mal 12. Abertausende Pächter schlitterten in den Ruin. Mehr als einhunderttausend Bauern und Landarbeiter verließen das Land. Die Felder lagen brach, Pachten wurden nicht gezahlt. Besserung war nicht in Sicht. Die Gemeinden schrumpften, die Kirchen leerten sich, die Gläubigen, die blieben, waren ärmer denn je. Auch die Zeiten für Landpfarrer wurden immer schlechter. Und gut sollten sie nie wieder werden.

Auf dem Höhepunkt der Landwirtschaftskrise tat die liberale britische Regierung etwas Merkwürdiges. Sie erfand eine Steuer, die eine gesellschaftliche Schicht bestrafte, die ohnehin schon heftig litt und an den Problemen eigentlich völlig unschuldig war. Besitzer großer Ländereien und Anwesen sollten nun plötzlich Erbschaftssteuer zahlen.

Ausgeheckt hatte die neue Steuer Schatzkanzler Sir William George Granville Venables Vernon Harcourt, ein Mann, den anscheinend niemand leiden mochte, solange er lebte. Wegen seiner Körperfülle »Jumbo« für seine Freunde (nicht unbedingt freundlich gemeint), war er eigentlich nicht der geborene Peiniger der landbesitzenden Klasse, denn er gehörte selbst dazu. Der Harcourt'sche Familiensitz war Nuneham Park in Oxfordshire, den wir in diesem Buch schon besucht haben. Es war das Anwesen, das ein früherer Harcourt ummodelte, dann vergaß, wo der alte Dorfbrunnen war, hineinplumpste und ertrank.

Solange es Tories gegeben hatte, hatten sich die Harcourts zu ihnen gezählt. Folglich wurde auch Williams Eintritt in die Liberale Partei in der Familie als allerschwärzester Verrat angesehen. Doch selbst die Liberalen waren von seiner Steuer überrascht. Lord Rosebery, der Premierminister (selbst Großgrundbesitzer) überlegte, ob man nicht in Fällen, in denen zwei Erben in rascher Folge starben, weniger rigide sein sollte. Einen Landbesitz ein zweites Mal zu besteuern, bevor der Erbe die Möglichkeit gehabt hatte, die Finanzen der Familie wieder auf Vordermann zu bringen, war hart. Harcourt verweigerte sich aber allen Appellen an Zugeständnisse.

Dass er selbst so gut wie keine Chance hatte, den Familiensitz zu erben, mag seine Auffassungen beeinflusst haben. Doch vermutlich zu seiner großen Überraschung ging er an ihn, als der Sohn seines älteren Bruders im Frühjahr 1904 plötzlich ohne Nachkommen starb. Dieses Glücks konnte er sich indes nicht lange erfreuen, weil er sechs Monate später selbst verschied, was bedeutete, dass seine Erben zu den Ersten gehörten, die nun zweimal besteuert wurden, wie es Rosebery befürchtet und er verworfen hatte. Nicht oft geht's im Leben so schön auf.

Die Erbschaftssteuer betrug damals vergleichsweise bescheidene acht Prozent bei Besitzen, die eine Million Pfund und mehr wert waren, doch sie erwies sich als solch zuverlässige Steuereinnahme und war so beliebt bei denen, die sie nicht bezahlen mussten, dass sie immer wieder erhöht wurde. Am Ende des Ersten Weltkriegs war sie schließlich bei sechzig Prozent angekommen eine Höhe, die selbst den Reichsten die Tränen in die Augen trieb. In der Zeit wurde aber auch die Einkommensteuer immer wieder erhöht und andere neue Steuern erfunden — auf baulich nicht erschlossenes Land, die sogenannte Wertzuwachssteuer etwa, und eine sogenannte surtax oder super tax, also eine Supersteuer auf sehr hohe Einkommen. Überproportional viel in die Staatskasse entrichten mussten all diejenigen, die viel Land und einen vornehmen Akzent hatten. Für die oberen Klassen wurde das zwanzigste Jahrhundert, mit den Worten David Cannadines, eine Zeit »zunehmend düsterer Aussichten«.

Die meisten lebten ständig im Zustand latenter Krise. Wenn es eng wurde — wenn man ein Dach erneuern musste oder eine Steuerforderung auf der Matte lag —, konnte man die Katastrophe eigentlich nur abwenden, indem man Erbstücke verkaufte. Gemälde, Tapisserien, Schmuck, Bücher, Porzellan, das Tafelsilber, seltene Briefmarken, alles, was einen halbwegs vernünftigen Preis erzielte, wanderte aus englischen Landsitzen in Museen oder ins Ausland. Damals kaufte zum Beispiel Henry Clay Folger jeden Ersten Folioband von Shakespeare auf, dessen er habhaft werden konnte, erwarb George Washington Vanderbilt all die Kostbarkeiten, mit denen er die 250 Zimmer seiner Villa Biltmore vollstellte, schleppten Männer wie Andrew Mellon, Henry Clay Frick und J.P. Morgan Wagenladungen voller Alter Meister ab und erstand William Randolph Hearst alles, was noch rausmusste.

Kaum ein großer englischer Familiensitz in Großbritannien kam ungerupft davon. Die Howards auf Howard Castle trennten sich von einhundertzehn Alten Meistern und mehr als tausend seltenen Büchern. In Blenheim Palace verkauften die Herzöge von Marlborough Gemälde stapelweise, darunter achtzehn Werke von Rubens und mehr als ein Dutzend van Dycks, und entdeckten dann, wenn auch reichlich spät, dass es finanziell attraktiver war, begüterte Amerikanerinnen zu heiraten. Selbst der fabelhaft reiche Duke of Hamilton verkaufte 1882 für fast 400 000 Pfund Glitzerkram und ein paar Jahre später noch einmal Zeugs für 250 000 Pfund. Die großen Auktionshäuser in London wurden die reinsten Pfandhäuser.

Wenn die Besitzer alles Wertvolle von Wand und Boden verkauft hatten, verkauften sie manchmal Wand und Boden selbst. Ein Zimmer mit allen Einrichtungen wurde aus Wingerworth Hall in Derbyshire demontiert und im Kunstmuseum von St. Louis wieder aufgebaut. Eine Treppe von Grinling Gibbons aus Cassiobury Park in Hertfordshire stand fortan im Metropolitan Museum of Art in New York. Manchmal wurden ganze Häuser verkauft wie zum Beispiel Agecroft Hall, ein hübsches Tudor-Landhaus in Lancashire, das in nummerierte Stücke zerlegt, in Kisten gepackt und nach Richmond in Virginia verschifft wurde, wo es erneut zusammengesetzt wurde und heute noch stolz steht.

Sehr selten einmal aber ergab sich aus all dem Ungemach etwas Gutes. Die Erben von Sir Edmund Antrobus, die ihr Gut (inklusive Stonehenge) nicht halten konnten, brachten es 1915 auf den Markt. Ein Geschäftsmann aus der Gegend, der Rennpferdezüchter Sir Cecil Chubb, kaufte Stonehenge für 6600 Pfund rund 300 000 Pfund in heutigem Geld, also keine Kleinigkeit und schenkte es großzügig der Nation, womit es endlich nicht mehr bedroht war.

Ein solch glücklicher Ausgang war freilich selten. Für Hunderte von Landvillen gab es keine Rettung, und ihr trauriges Los war Verfall und schließlich Abbruch. Fast immer war das bedauerlich und manchmal skandalös. Streatlam Castle, einst eines der feinsten Häuser in der Grafschaft Durham, wurde der Heimatschutztruppe zur Verfügung gestellt, die es wahrhaftigen Gotts zum Übungsschießen benutzte! Aston Clinton, ein ungeheuer prächtiges, zauberhaftes Haus aus dem neunzehnten Jahrhundert, das einmal den Rothschilds gehört hatte, wurde von der Grafschaftsverwaltung von Buckinghamshire aufgekauft und abgerissen, die dort ein seelenloses Ausbildungszentrum hinsetzte. So wenig galten Landsitze noch, dass in Lincolnshire eine Filmgesellschaft angeblich einen solchen nur zu dem Zweck kaufen konnte, um ihn für die entscheidende Szene des Films abzufackeln.

Nirgendwo waren die Häuser sicher. Selbst Chiswick House, unbestritten ein herausragendes Gebäude, ging beinahe verloren. Eine Zeitlang war es eine Irrenanstalt, doch in den 1950er Jahren stand es leer und zum Abbruch frei. Zum Glück siegte dann aber doch die Vernunft, und heute ist es in sicherer Obhut der English Heritage, einer öffentlichen Körperschaft. Der National Trust rettete im Verlauf eines Jahrhunderts etwa zweihundert andere Häuser, und ein paar überlebten selbstständig, weil man sie zu Touristenattraktionen machte.

Viele andere große Landsitze fanden ein neues Leben als Schulen, Kliniken oder sonstige Institutionen. Sir William Harcourts Nuneham Park diente einen Großteil des zwanzigsten Jahrhunderts als Übungsgelände der Königlichen Luftwaffe. (Jetzt ist es ein religiöses Einkehrzentrum.)

Aber, wie gesagt, Hunderte andere große Häuser wurden ohne viel Tamtam abgetragen. In den 1950er Jahren, den Hochzeiten der Zerstörung, verschwanden im Durchschnitt zwei pro Woche. Wie viele genau es waren, ist unbekannt. 1974 richtete das Victoria &Albert-Museum eine gefeierte Ausstellung aus, »Die Zerstörung des Landhauses«, in der man das ungeheuerliche Verschwinden von Herrensitzen in den vergangenen einhundert Jahren dokumentierte. Die Kuratoren Marcus Binney und John Harris zählten 1116 Häuser, die abgerissen worden waren, doch weitere Untersuchungen ergaben sogar noch mehr. Allgemein geht man heute von etwa 2000 aus — ein schmerzhafter Verlust, wenn man bedenkt, dass es sich um die schönsten, beeindruckendsten, kühnsten, einflussreichsten und eigentlich doch wertzuschätzenden Wohngebäude handelte, die je auf unserem Planeten errichtet wurden.

So war also die Lage, als Mr. Marsham und sein Jahrhundert sich gemeinsam ihren letzten Jahren näherten. Für unseren Alltag und für die Dinge, die darin eine Rolle spielen, hat es wohl nie eine interessantere oder ereignisreichere Zeit gegeben. Im neunzehnten Jahrhundert wurde das Leben in vielen Bereichen umfassend verändert — gesellschaftlich, intellektuell, technologisch und was die Einstellung zu Kleidung, Hygiene und Sex anbelangt. Mr. Marsham wurde 1822 in eine Welt geboren, die im Wesentlichen noch mittelalterlich war — eine Welt des Kerzenlichts, des Schröpfens mit Blutegeln, des Reisens im Schritttempo, der »Neu«igkeiten, die von weiter entfernten Orten nach Wochen und Monaten eintrafen. Doch er erlebte während seines Erdendaseins ein Wunder nach dem anderen: Dampfschiffe und rasende Eisenbahnen, die Telegrafie, Fotografie und Anästhesie, fließend Wasser im Haus, Gasbeleuchtung, keimtötende Mittel in der Medizin, Kühlschränke, Telefon, elektrisches Licht, aufgenommene und wieder abspielbare Musik, Autos und Flugzeuge, Wolkenkratzer, Filme, Radio und buchstäblich Tausende winziger Dinge mehr, von Seifen aus Massenherstellung bis zu mechanischen Rasenmähern.

Man kann sich wirklich kaum ausmalen, wie viele radikale Veränderungen die Menschen im neunzehnten Jahrhundert und besonders in dessen zweiter Hälfte tagtäglich erlebten. Selbst so etwas wie »das Wochenende« war brandneu. Der Begriff dafür, »week-end«, ist vor 1879 im Englischen nicht verbürgt. Dann erschien er in der Zeitschrift Notes & Queries in dem Satz: »Wenn in Staffordshire jemand am Samstagnachmittag, am Ende einer Arbeitswoche, losfährt, um den Abend des Samstag und den folgenden Sonntag mit Freunden weiter weg zu verbringen, heißt es, dass er sein Wochenende in So-und-so verbringt.« Gut, es bedeutete nur den Samstagnachmittag und Sonntag, und auch nur für bestimmte Leute. Aber ein Recht auf Erholung war fraglos im Anmarsch.

Bemerkenswert ist, dass die Welt zwar angenehmer für die meisten Menschen wurde — heller, mit besseren sanitären Anlagen im Haus, mehr Freizeit und mehr Unterhaltung, die man sich auch leisten konnte. Doch für Leute wie Mr. Marsham löste sie sich heimlich, still und leise auf. Die Landwirtschaftskrise, die in den 1870ern begann und quasi endlos andauerte, brachte den Landpfarrern ebenso deutliche Verschlechterungen wie den reichen Landbesitzern, von denen sie abhingen, und Pfarrer, deren Familienvermögen ebenfalls komplett auf Landbesitz basierte wie bei den Marshams, traf sie doppelt.

1900 belief sich das Gehalt eines Pfarrers an Kaufkraft auf nicht einmal mehr die Hälfte dessen, was es noch fünfzig Jahre zuvor betragen hatte. Crockford's Clerical Dictionary von 1903 berichtete wenig trostreich, dass ein »erheblicher Anteil« der Geistlichen nun »gerade noch genug zum Leben« hatte. Ein Reverend F.J. Bleasby, hieß es, hatte 470 vergebliche Bewerbungen für eine Pfarrstelle eingereicht und war schließlich, gedemütigt und erfolglos, in ein Arbeitshaus gegangen. Der wohlhabende Pfarrer gehörte ein für alle Mal der Vergangenheit an.

Auch die schönen, großen Pfarrhäuser auf dem Land, in denen es sich einst so angenehm und bequem leben ließ, wurden finanziell oft zu Fässern ohne Boden. Viele Geistliche, die aus bescheideneren Verhältnissen stammten und sich mit nun sehr geschrumpften Mitteln durchschlagen mussten, konnten im zwanzigsten Jahrhundert ihre Anwesen nicht mehr unterhalten. Eine Mrs. Lucy Burnett, Landpfarrersgattin in Yorkshire, klagte 1933 über die Größe des Pfarrhauses, das sie führen musste, vor einem Kirchenausschuss: »Wenn Sie in meiner Küche eine Blaskapelle spielen ließen, könnten Sie sie im Wohnzimmer nicht hören.« Für Renovierungen im Inneren mussten die Amtsinhaber aufkommen, doch ihnen fehlte zunehmend das Geld dafür. »So manches Pfarrhaus ist seit zwanzig, dreißig, ja selbst fünfzig Jahren nicht mehr renoviert worden«, schrieb Alan Savidge 1964 in einer Geschichte der Pfarrhäuser.

Die einfachste Lösung war es, die lästigen Kästen zu verkaufen und etwas Kleineres daneben zu bauen. Doch die mit diesen Transaktionen betrauten Beauftragten der anglikanischen Kirche erwiesen sich leider, leider nicht immer als die cleversten Geschäftsleute. Anthony Jennings beschreibt in Das alte Pfarrhaus (2009), dass sie 1983 etwas mehr als dreihundert Pfarrhäuser zu einem Durchschnittspreis von 64 000 Pfund verkauften und durchschnittlich 76 000 Pfund dafür ausgaben, viel schlechtere neue zu errichten.

Von den 13 000 Pfarrhäusern, die es 1900 gab, sind heute gerade mal noch 900 im Besitz der anglikanischen Kirche. Unseres wurde 1978 an einen Privatmann verkauft. (Für wie viel, weiß ich nicht.) Seine Geschichte als Pfarrhaus währte 127 Jahre, während derer es das Heim von acht Amtsträgern war. Ulkigerweise wohnten alle sieben, die nach Mr. Marsham kamen, länger darin als die so sehr im Dunklen bleibende Gestalt, die es bauen ließ. Thomas Marsham trat 1861, nach nur zehn Jahren in dem Haus, eine neue, ebenso unbedeutende Stelle wie seine alte an, und zwar als rector in Saxlingham, einem Dorf dreißig Kilometer weiter im Norden, nicht weit vom Meer.

Warum er sich ein solch stattliches Haus hat erbauen lassen, werden wir nie erfahren. Vielleicht wollte er eine entzückende junge Dame aus seiner Bekanntschaft beeindrucken, die ihn aber nicht nahm, sondern einen anderen ehelichte. Oder sie wollte ihn doch und starb, bevor er sie heimführen konnte. Beide Varianten waren im neunzehnten Jahrhundert mehr als normal, und beide würden einige der baulichen Mysterien des Hauses erklären, wie zum Beispiel das Kinderzimmer und das unbestimmt Weibliche am Pflaumenzimmer. Doch darüber können wir ewig spekulieren. Wir wissen nur, dass er, wenn er denn sein Glück im Leben fand, es nicht in der Ehe war.

Wir können aber wenigstens hoffen, dass seine Beziehung mit seiner ergebenen Haushälterin Miss Worm einer gewissen Wärme und Zuneigung nicht entbehrte, wie verhuscht und verkrampft sie auch immer war. Für beide war es jedenfalls die längste Beziehung ihres Lebens. Als Miss Worm 1899 im Alter von sechsundsiebzig Jahren starb, war sie mehr als ein halbes Jahrhundert in seinen Diensten gewesen. Im selben Jahr wurde das Familienanwesen der Marshams in Stratton Strawless in fünfzehn Parzellen verkauft; vermutlich konnte es sich niemand als Ganzes leisten. Der Verkauf bedeutete das Ende von vierhundert Jahren hervorragender gesellschaftlicher Stellung der Marshams in der Grafschaft. Heute bleibt als Erinnerung nur noch der Pub »Marsham Arms« im Dorf Hevingham, nicht weit von Stratton Strawless.

Mr. Marsham lebte noch knapp sechs Jahre danach. 1905 starb er in einem Altersheim in einem nicht weit entfernten Dorf. Er war dreiundachtzig Jahre alt, und außer der Zeit, in der er wegen seines Studiums fort gewesen war, hatte er sein ganzes Leben auf Norfolker Erde verbracht, innerhalb eines Radius von wenig mehr als dreißig Kilometern.

IV.


Hier auf dem Dachboden sind wir losgegangen — wie lange das jetzt her zu sein scheint! Ich war durch die Luke geklettert, um die Ursache für die undichte Stelle zu suchen (es war eine verrutschte Dachpfanne, dort kam der Regen durch), und entdeckte die Tür, die auf eine Stelle auf dem Dach führte, von der aus man den weiten Blick hat. Neulich habe ich mich zum ersten Mal, seit ich mit der Arbeit an diesem Buch begonnen habe, wieder dort hinaufgequält. Ich wollte wissen, ob ich die Welt ringsum jetzt, da ich ein wenig mehr über Mr. Marsham und das Leben damals wusste, anders sehen würde.

Die Antwortet lautet: Nein. Und überrascht war ich auch nicht etwa, weil sich die Welt unten seit den Zeiten Mr. Marshams so gewaltig verändert, sondern, weil sie sich so wenig verändert hat! Ein wiederauferstandener Mr. Marsham wäre natürlich beeindruckt von ein paar Neuerungen — von den Autos, die über eine Straße rasen, dem Hubschrauber, der laut über mir knattert —, doch im Wesentlichen würde er auf eine Landschaft schauen, die scheinbar zeitlos und ihm unglaublich vertraut wäre.

Dieser Eindruck von Beständigkeit ist natürlich trügerisch. Die Landschaft verändert sich nämlich doch, nur eben zu langsam, als dass man es merkt, selbst im Verlaufe von hundertsechzig Jahren. Ginge man einen längeren Zeitabschnitt zurück, sähe man jede Menge Veränderungen. Vor fünfhundert Jahren hätte man außer der Kirche, ein paar Hecken und Feldformationen sowie ein paar gemütlichen Straßen fast nichts Bekanntes gesehen. Noch ein bisschen früher hätte man vielleicht den Römer erblickt, der den phallusförmigen Anhänger hat fallen lassen. Und vor, sagen wir, 400 000 Jahren hätten hier Löwen, Elefanten und anderes exotisches Getier auf ariden Ebenen gejagt und gegrast. Das waren die Viecher, die die Knochen hinterließen, von denen die ersten Sammler von Altertümern wie John Frère nicht weit von hier, in Hoxne, so fasziniert waren. Die Stätte seines Fundes kann man von unserem Dach aus nicht sehen, dafür ist sie zu weit weg, aber die Knochen, die er aufhob, könnten sehr gut von Tieren stammen, die sich einmal auf unserem Land gütlich getan haben.

Verblüffenderweise war das Klima, das diese Tiere in diesen Teil der Welt verschlug, im Mittel nur um etwa drei Grad Celsius wärmer als das von heute. Manche unserer Zeitgenossen werden sogar noch erleben, dass es in Großbritannien wieder so warm ist. Ob das Land dann eine ausgetrocknete Serengeti oder ein üppig grünes Paradies mit Weinanbau und Früchten das ganze Jahr hindurch ist — darüber kann man im Rahmen dieses Buches nicht spekulieren. Sicher aber ist, dass es sehr verschieden sein wird und dass sich die Menschen zukünftig schneller anpassen müssen als mit geologischer Geschwindigkeit.

Was man von unserem Dach aus nicht sehen kann, ist, wie viel Energie und anderes nötig sind, damit wir die Annehmlichkeiten und Bequemlichkeit genießen können, die wir alle nun im Alltag erwarten. Unglaublich, ja, schockierend viel. Von der gesamten Energie, die seit Beginn der Industriellen Revolution auf der Erde produziert beziehungsweise bereitgestellt worden ist, ist die Hälfte in den letzten zwanzig Jahren erzeugt und genutzt worden. Überproportional von uns, den Menschen in der reichen Welt; wir sind extrem privilegiert.

Der durchschnittliche Bewohner von Tansania verursacht in einem knappen Jahr die gleiche Menge Kohlendioxidausstoß, auf die ein Europäer mit Leichtigkeit alle zweieinhalb Tage und ein US-Amerikaner alle achtundzwanzig Stunden kommt. Kurzum, wir können deshalb so leben, wie wir leben, weil wir Ressourcen tausendmal schneller verbrauchen als die meisten Bewohner unseres Planeten. Eines Tages — und glauben Sie nicht, dass der so fern ist —, verlangen diese ungefähr sechs Milliarden weniger gut gestellten Menschen zwangsläufig das, was wir haben, und zwar genauso leicht, wie wir es bekommen. Doch dazu bedarf es größerer Ressourcen als die, die die Erde so ohne Weiteres hervorbringen kann.

Die allergrößte Ironie der Geschichte wäre es, wenn wir in unserem endlosen Streben nach Bequemlichkeit und Glück eine Welt schaffen, in der es beides nicht mehr gibt. Doch das wäre natürlich ein anderes Buch.

Danksagung


Wie immer stehe ich in der Schuld vieler Menschen, die mir mit fachlicher Hilfe und fachlichem Wissen bei den Vorarbeiten zu diesem Buch geholfen haben. Als da wären:

In England die Professoren Tim Burt, Maurice Tucker und Mark White von der Durham University, Reverend Nicholas Holtam von der Kirche St. Martin-in-the-Fields in London, Michael Sadgrove, Dekan der Durham Cathedral; Keith Blackmore von The Times, Beth McHattie und Philip Davies von der English Heritage, Aosaf Afzal, Dominic Reid und Keith Moore von der Royal Society sowie die Mitarbeiter der London Library und der Durham University Library.

In den Vereinigten Staaten Elizabeth Chew, Bob Self, Susan Stein, Richard Gilder und Bill Beiswanger, allesamt für Monticello zuständig; Dennis Pogue, Denkmalschützer von MountVernon; Jan Dempsey von der Wenham Public Library in Massachusetts und die Mitarbeiter der Lauinger Library an der Georgetown University und der Drake University Library in Des Moines.

Auf Weisen, die zu vielfältig sind, als dass ich sie hier aufzählen könnte, schulde ich Dank Carol Heaton, Fred Morris, Gerry Howard, Marianne Velmans, Deborah Adams, Sheila Lee, Dan McLean, Alison Barrow, Larry Finlay, Andrew Orme, Daniel Wiles und Tom und Nancy Jones. Besonderen Dank möchte ich meinen Kindern Catherine und Sam aussprechen, für viel heroischen, immer freundlichen Beistand. Vor allem aber — wie immer — bin ich am dankbarsten meiner teuren, unendlich geduldigen Gattin Cynthia.



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