Universiteit Utrecht Block 2-4, 2010-2011




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НазваниеUniversiteit Utrecht Block 2-4, 2010-2011
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Дата10.09.2012
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Kriterien

Language-Shifts

Gradierung 1

Language Shifts

Gradierung 2

Language Shifts

Gradierung 3

Hinzufügungen

  • Positiver hinstellen von Personen

  • Negativer hinstellen von Personen

  • Neutraleres und differenzierteres Bild in Bezug auf Deutsche und Juden


X

X

X





X

X

X

Register und Ton

  • Besser und schlechter hinstellen von Personen

  • Verharmlosungen

  • Sarkasmus und Ironie

  • Generationsunterschied


X


X

X



X


X


X

X

X

Syntax

  • Eventuelle Glättungen

  • Interpunktion


X






X

X


Aus der oben ausgearbeiteten Analyse hat sich erwiesen, dass die Übersetzung von Anneliese Schütz an vielen Stellen von der Originalfassung von Anne Frank abweicht. Wie der Tabelle zu entnehmen ist, kommen zwar einige Verschiebungen vor, die dem Leser ein Gefühl des Unbegriffs vermitteln können, wie beispielsweise die Niederlandismen die an manchen Stellen auftauchen, Sprichwörter und Redensarten die, oftmals durch „falsche Freunde“ ein befremdliches Bild vermitteln, oder durch die Verwendung eines Registers, welches vom Alter her gar nicht zu Anne, sondern vielmehr zu der Übersetzerin Anneliese Schütz passt.

Es treten aber vielmehr auch Verschiebungen auf, die bewusst eine andere Interpretation vermitteln sollen. Das heißt, dass das was Anne in der Originalfassung versucht hat, herüberzubringen, in der übersetzten Fassung von Schütz nicht zur Geltung kommt und damit auch nicht übereinstimmt. Diese zuletzt genannten Verschiebungen wurden in der Tabelle unter der dritten Gradierung untergebracht. Es fällt dabei auf, dass es sich bei den meisten Anpassungen von Seiten Schütz keinesfalls um optionale Fehler handelt, wie beispielsweise kleine Flüchtigkeitsfehler die zu vermeiden wären, sondern dass es hier wahrlich um bewusste Anpassungen geht, denke dabei an Auslassungen und Hinzufügungen, die Schütz eigensinnig in ihre Übersetzung eingearbeitet hat.

Dabei ist es auffällig, dass die erste und dritte Gradierung, oftmals miteinander einhergehen. Vor allem dieses Zusammenwirken und die Tatsache, dass Bestimmtes bewusst verändert wurde, es dem Leser aber gleichzeitig nicht aufzufallen scheint, ist als frevelhaft zu bezeichnen. Möglicherweise ließe sich dieses Zusammenwirken dadurch erklären, dass bewusst integrierte Verschiebungen in erster Linie auch dazu gedacht sind, die Leser zu täuschen. Im Leseprozeß fallen dem Leser in der Regel meistens nur die sprachlichen Fehler auf, wie zum Beispiel Ausdrücke die nicht in den Kontext hinein gehören, und demnach das persönliche Sprachempfinden des Lesers irritieren. Die von der Übersetzerin dazu gedachten Anpassungen, die den Lesern ein ihr genehmes Bild vermitteln sollen, passen meistens sprachlich so in das gewohnte Sprachempfinden des Lesers, dass einem die Verschiebungen nur dann auffallen könnten, wenn man entweder das Original kennen würde, oder wenn man beide Versionen zum Vergleich neben einander halten würde.

Anneliese Schütz hat beharrlich auf allen hier untersuchten Textebenen ihren Einfluss ausgeübt, wodurch nicht nur vermutlich, sondern sicherlich, beim deutschen Leser ein ganz anderes Bild von Anne Frank als beim niederländischen Leser entstehen konnte.


3. Schlußfolgerung


Das Ziel dieser Arbeit war es, das verzerrte Bild in der Übersetzung von Anneliese Schütz aufzudecken und zu untersuchen, wie weit der Einfluss dieser Verschiebungen bei der Interpretation des Textes reicht. Letztendlich ist festzustellen, dass Schütz viele language-shifts bewusst in ihrer Übersetzung eingewoben hat, durch die auch bewusst dem Leser ein ihr sinnvolleres Bild vermittelt werden sollte. Der deutsche Text ist also auch mehr aus einer deutschen Perspektive zu betrachten, da dieser Text auch bewusst auf das deutsche Publikum hin ausgearbeitet ist. Die Vermutung liegt nahe, dass Schütz die aus der Analyse hervorgekommenen Veränderungen eher in Anbetracht der Leserfreundlichkeit und auf den Schutz des deutschen Lesers in den fünfziger Jahren hin durchgeführt hat. Wie oben bereits zitiert, konnte Schütz es sich schwer erlauben, ein Buch zu übersetzen, was für ein deutsches Lesepublikum bestimmt ist, welches dieses Lesepublikum aber gleichzeitig beleidigt und aufs härteste mit der Vergangenheit konfrontiert. Es muss hier also die Frage gestellt werden, ob Anneliese Schütz die Freiheiten, die ihr als Übersetzerin zustehen, ausgenutzt hat, oder sie wie ihr vermutlich erscheint, zum Guten eingesetzt hat.

4. Bibliographie


Primärliteratur

  • Frank, Anne. 1947. Het achterhuis: dagboekbrieven 12 juni 1942 – 1 augustus 1944. Amsterdam: Contact.

  • Frank, Anne. 1955. Das Tagebuch der Anne Frank. Aus dem Niederländischen von Anneliese Schütz. Frankfurt am Main, Hamburg: Fischer Taschenbuch Verlag.

  • Frank, Anne. 2009. Het achterhuis: dagboekbrieven 12 juni 1942 – 1 augustus 1944. Samengesteld door Otto Frank en Mirjam Pressler. Amsterdam: Prometheus.

  • Frank, Anne. 2010. Tagebuch. Fassung von Otto H. Frank und Mirjam Pressler. Aus dem Niederländischen von Mirjam Pressler. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag.


Sekundärliteratur

  • Barbour, Stephen; Stevenson, Patrick. 1998. Variation im Deutschen. Soziolinguistische Perspektiven. Aus dem Englischen von Konstanze Gebel. Berlin, New York: Walter de Gruyter Verlag.

  • Barnouw, David; Stroom, Gerrold van der. 2004. De Dagboeken van Anne Frank. Nederlands Instituut voor Oorlogsdocumentatie. Amsterdam: Uitgeverij Bert Bakker.

  • Hiëronymus, Sophronius Eusebius. 395. „Over de beste manier van vertalen“. Ins Niederländische von Raymond van den Broeck. In: Naaijkens, Ton; Koster, Cees; Bloemen, Henri; Meijer; Caroline (Hrsg.). 2004. Denken over vertalen. Tekstboek vertaalwetenschap. Nijmegen: Uitgeverij Vantilt, S. 11-13.

  • Huet, Pierre Daniel. 1661. „De beste manier van vertalen“. Ins Niederländische von Daniel Knecht. In: Naaijkens, Ton; Koster, Cees; Bloemen, Henri; Meijer; Caroline (Hrsg.). 2004. Denken over vertalen. Tekstboek vertaalwetenschap. Nijmegen: Uitgeverij Vantilt, S. 33-40.

  • Kirschnick, Sylke. 2009. Anne Frank und die DDR. Politische Deutungen und persönliche Lesarten des berühmten Tagebuchs. Berlin: Christoph Links Verlag.

  • Lefevere, Andre. 1992. “Translation: ideology. On the Construction of different Anne Franks”. Ins Niederländische von Cornelie van Rinsum. In: Naaijkens, Ton; Koster, Cees; Bloemen, Henri; Meijer; Caroline (Hrsg.). 2004. Denken over vertalen. Tekstboek vertaalwetenschap. Nijmegen: Uitgeverij Vantilt, S. 347-357.

  • La Motte, Antoine Houdar de. 1714. “Over het vertalen”. Ins Niederländische von Henri Bloemen. In: Naaijkens, Ton; Koster, Cees; Bloemen, Henri; Meijer; Caroline (Hrsg.). 2004. Denken over vertalen. Tekstboek vertaalwetenschap. Nijmegen: Uitgeverij Vantilt, S. 25-31.

  • Luther, Martin. 1530. “Zendbrief over het vertalen”. Ins Niederländische von J.P. Boendermaker. In: Naaijkens, Ton; Koster, Cees; Bloemen, Henri; Meijer; Caroline (Hrsg.). 2004. Denken over vertalen. Tekstboek vertaalwetenschap. Nijmegen: Uitgeverij Vantilt, S. 15-24.

  • Naaijkens, Ton; Koster, Cees; Bloemen, Henri; Meijer; Caroline (Hrsg.). 2004. Denken over vertalen. Tekstboek vertaalwetenschap. Nijmegen: Uitgeverij Vantilt.

  • Schroth, Simone. 2006. Das Tagebuch, The Diary, Le Journal. Anne Franks Het Achterhuis als Gegenstand eines kritischen Übersetzungsvergleichs. Münster: Waxmann Verlag.

  • Weiß, Matthias. 2011. „Vom >Zivilisationsbruch< zu einer Kultur des >negativen Gedächtnisses<“. In: Ackermann, Zeno; Schülting, Sabine (Hrsg.). 2011. Shylock nach dem Holocaust: Zur Geschichte einer deutschen Erinnerungsfigur. Berlin, New York: Walter de Gruyter Verlag, S. 13-40.

1 Das Geschichtenbuch von Anne wird sowohl in der RIOD-Ausgabe als auch bei Simone Schroth mit „V“ angedeutet, was auf das niederländische „Verhaaltjesboek“ zurückzuführen ist (vgl. Schroth: 294 und Barnouw, David und Stroom, Gerrold van der 2004: 77).

2 “Das Institut, kurz “RIOD”, wurde auf Veranlassung von Minister Bolkestein gegründet und verwaltet heute etwa 1.000 Kriegstagebücher [...] Seit dem 1. Januar 1999 trägt das ehemalige Rijksinstituut voor Oorlogsdocumentatie den Namen „Nederlands Instituut voor Oorlogsdocumentatie”, kurz “NIOD”; es untersteht nicht mehr dem niederländischen Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft, sondern der Königlichen Akademie der Wissenschaften“ (Schroth: 33).

3 Mit Fehler sollen hier die Textmerkmale angedeutet werden, die vom Original (der niederländischen Fassung aus 1947) abweichen und demnach nicht als äquivalent zu diesem Text bezeichnet werden können.

4 Im Folgenden werden die Kürzel „NL“ für die niederländische Contact Ausgabe aus dem Jahr 1947 beibehalten, „S“ für die Übersetzung von Anneliese Schütz aus 1955 und „P“ für die Übersetzung von Mirjam Pressler aus 2010. Dies dient lediglich der Übersichtlichkeit beim Lesen.

5 In der niederländischen Ausgabe handelt es sich um den Eintrag vom 12. Dezember 1942. In der deutschen Ausgabe hat dieser Eintrag das Datum vom 13. Dezember 1942.

6 Anne: „discussie (dit woord wordt hier in plaats van ruzie gebruikt)” (NL: 32-33).

7 „En trouwens, er bestaat geen groter vijandschap op de wereld dan tussen Duitsers en Joden” (NL: 40).

Und eine größere Feindschaft als zwischen diesen Deutschen und den Juden gibt es nicht auf der Welt!“ (S: 40).

8 Untersuchungen von Stephen Barbour und Patrick Stevenson aus 1998 sind hierzu ziemlich aufschlußreich.

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