Universiteit Utrecht Block 2-4, 2010-2011




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НазваниеUniversiteit Utrecht Block 2-4, 2010-2011
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Neben dem Aufteilen der Sätze kommen stilistische Glättungen vor, wie im Tagebucheintrag vom 29. Oktober 1943. Darin schreibt Anne in der Originalfassung, sie hätte „een gevoel als een zangvogel, wiens vleugels hardhandig uitgerukt zijn en die in een volslagen duisternis tegen de spijlen van zijn nauwe kooi aanvliegt“ (NL: 110). Schütz muss sich jedoch gedacht haben, dass Vögel ohne Flügel nicht fliegen können. Deswegen macht sie daraus: „Ich fühle mich wie ein Singvogel, dem man die Flügel beschnitten hat, und der im Dunkeln gegen die Stangen seines Käfigs anfliegt“ (S: 104). Ob Flügel nun beschnitten oder ausgerissen sind, ist ein ziemlicher Unterschied. Mirjam Pressler bleibt dem Original treu und korrigiert hier nichts. Dieses Beispiel findet man auch in Simone Schroths Untersuchung (vgl. Schroth: 140). Hierdurch kann angenommen werden, dass Anneliese Schütz für eine viel freiere Übersetzungstechnik als Mirjam Pressler gewählt hat, die den traditionellen Übersetzungskriterien folgend, so nahe wie möglich am Original zu bleiben versucht. Neben den stilistischen Glättungen fällt besonders die Interpunktion auf. Wie im soeben genannten Beispiel wird das Wort >>geschrieben<< in der Übersetzung von Schütz zwischen „>><<“-Zeichen geschrieben. Hierdurch lenkt Schütz im Visuellen die Aufmerksamkeit der Leser auf dieses Wort.

Außerdem scheint Schütz eine Vorliebe für Ausrufezeichen zu haben. Wo im Originaltext – gemeint ist hier die niederländische Fassung aus dem Contact Verlag – keine Ausrufezeichen auftauchen, schreibt Anneliese Schütz sie mehrfach in ihrer Übersetzung hinzu. Beispielsweise auch im Eintrag vom 29. September 1942, als Anne von den Gymnastikübungen berichtet. In der niederländischen Fassung heißt es: „Avond-gymnastiek heeft geholpen.“ (NL: 37). Im Vergleich dazu schreibt Schütz in ihrer Übersetzung: „Abends haben wir dann Freiübungen gemacht. Das half!“ (S: 38). Diese Ausrufezeichen und Satzzeichen führen zu einer Betonung bestimmter Worte, die, wie beispielsweise auch in „>>Taucher-Familie<<“ (S: 48) die Leser in eine bestimmte Richtung der Deutung des Textes führen kann und vermutlich auch führen soll. Die Deutung des Tagebuchs wird allerdings im folgenden Kapitel ausführlicher zur Sprache kommen.


Zusammenfassend lässt sich anhand der Analyse der hier untersuchten Übersetzung von Anneliese Schütz feststellen, dass die Übersetzung an vielen Stellen vom Original abweicht. An manchen Stellen ist dies mehr der Fall als an anderen Stellen, und manchmal sind die Auswirkungen der Verschiebungen – language shifts – noch verständlich und zu übersehen, wogegen wiederum öfters die oben besprochenen Fehler als frevelhaft anzumerken sind. Schütz hat nicht nur stilistische Glättungen vorgenommen und die Syntax leserfreundlicher angepasst. Sie hat beharrlich auf allen Ebenen der Übersetzung versucht, die Deutung des Textes zu beeinflussen. Dies bezieht sich auf das Visuelle der Interpunktion, auf das Vokabular, das angepasst wurde, auf den Ton und auf verschiedene Auslassungen und Hinzufügungen. Diese oben besprochenen Änderungen, die vorgenommen wurden, greifen eindeutig in den Lese- und Deutungsprozess der Leser ein, wodurch beim deutschen Leser ein ganz anderes Bild der Anne Frank, als es der niederländische Leser vor Augen stehen hat, entstehen kann. Deswegen wird im nächsten Kapitel der Versuch gemacht, die aus der Analyse der Übersetzung hervorgekommenen Punkte der Kriterienliste auf deren Interpretation und Deutung hin zu untersuchen.


    1. Zur Interpretation der Tagebuchübersetzung

Im vorherigen Kapitel wurde die Tagebuchübersetzung von Anneliese Schütz anhand von sieben Kriterien untersucht, wobei sich herausgestellt hat, dass die Übersetzung an manchen bzw. vielen Stellen sogenannte language shifts aufweist und demzufolge an diesen Stellen nicht mehr mit dem Original übereinstimmt. Im Folgenden wird nun versucht, genau diese Stellen, die sich aus der Analyse ergeben haben, einer genaueren Prüfung zu unterwerfen und zu untersuchen, inwieweit die Interpretation der Tagebuchübersetzung von der Interpretation des Originals abweichen könnte und welche Folgen dies für die Deutung des Textes haben könnte.

Dieses Kapitel ist aufgrund der aus den beiden letzten Kapiteln entstandenen Kriterienliste gegliedert und wird bei der Analyse der Übersetzerinterpretation von drei verschiedenen Abstufungen ausgehen:

  • Erstens, language shifts, die im Leseprozess nicht auffallen, bzw. nicht in den Lesefluss eingreifen.

  • Zweitens, language shifts, die wohl im Leseprozess eingreifen und infolgedessen die Leser stutzig machen, bzw. die Leser verunsichern oder sogar stören könnten.

  • Drittens, language shifts, die vielleicht nicht ganz in den Lesefluss eingreifen, aber wohl bedeutungsverändernd sind – beispielsweise Hinzufügungen oder Auslassungen - und demnach dem Leser ein ganz anderes Bild vermitteln als, es im Original der Fall ist.

Diese drei Abstufungen dienen der Einsicht, inwieweit die Tagebuchübersetzung von Anneliese Schütz im Vergleich zum Originaltext von Anne Frank, eine andere Interpretation bzw. Deutung des Tagebuchs vermitteln könnte.


  1. Fehler in der Übersetzung;

Im zweiten Kapitel, in dem die Fehler von Anneliese Schütz besprochen wurden, hat sich herausgestellt, dass im Grunde drei verschiedene Fehlertypen auftauchen. Erstens hat sich herausgestellt, dass Schütz manche Ausdrücke nicht richtig verstanden hat (vgl. Lefevere: 352). Zweitens, und das betrifft den Löwenanteil ihrer Fehler, hat Schütz Flüchtigkeitsfehler gemacht (vgl. Lefevere: 352 und Schroth: 128-131). Und der dritte zu erwähnende Fehlertyp wäre, dass Schütz öfters nicht das richtige Äquivalent für den vorliegenden Kontext gefunden hat (vgl. Lefevere: 352 und Schroth 128-131).

Diese drei Fehlertypen haben unterschiedliche Auswirkungen auf die Interpretation des Lesers. Der erste Fehlertyp, also das „nicht richtige Verstehen eines Wortes bzw. Ausdrucks“ kann sowohl in der ersten als auch in der dritten language-shift Abstufung - die dritte aber im geringem Maß - eingestuft werden. Als Leser bemerkt man beispielsweise nicht, ob Dussel nun „verblüfft“ (P: 75) oder „sprachlos[...]“ (S: 49) sei. Dies würde den Leseprozess nicht stören. Wenn aber „rataplan“ als „Rattennest“ übersetzt wird, verleiht dieses Wort dem Text einen Hauch von Negativität. Das bedeutet also, dass diese Textstelle einen negativeren Anklang an dem verleiht, was Anne an dieser Stelle schreibt und dass der Leser demzufolge denken könnte, dass Anne sich an dieser Stelle weitaus negativer geäußert hat.

Die Flüchtigkeitsfehler können in der ersten und zweiten Abstufung untergebracht werden. Wenn beispielsweise in Schütz’ Übersetzung von einem Gesellschaftsspiel ein Geduldsspiel gemacht wird, fällt dies dem Leser gar nicht auf und tut dies auch in der Interpretation nicht zur Sache. Wenn jedoch „Niederland“ ohne –e geschrieben wird, kann dies bei manchen Lesern als überaus störend betrachtet werden. Die Interpretation der Leser wird hierdurch nicht beeinflusst.

Der dritte Fehlertyp kann in der zweiten Abstufung eingeordnet werden. Die Leser werden eher stutzig gemacht und könnten sich an manchen Stellen hinter den Ohren kratzen, wieso Anne Frank gerade ein Wort wie „Belagerungszustand“ in den Mund nimmt. Solche Störfaktoren beeinträchtigen aber nur den Lesefluss und nicht die Interpretation des Textes.


  1. Vokabular: Niederlandismen, Neologismen, Kriegs- und Besatzungsvokabular sowie Kauderwelsch;

Das Vokabular aus Schützens Übersetzung wäre in vier verschiedene Gruppen zu unterteilen; nämlich Niederlandismen, Neologismen, das Kriegs- und Besatzungsvokabular und das Kauderwelsch.

Wenn wir uns die Niederlandismen ein wenig näher anschauen, kann festgestellt werden, dass Schütz sich durch „falsche Freunde“ hat verleiten lassen. Sie übertrug beispielsweise im Eintrag vom 20. Juni 1942 die Worte „Niet alleen“ (NL: 3) als „Nicht allein“ (S: 11) anstatt als „Nicht nur“ (P: 18). Ein solcher Fehler verändert zwar nicht die Bedeutung des Satzes, aber, es könnte von den Lesern als störend betrachtet werden. Demnach ist dieser Fehlertyp, da im Leseprozess ein Störfaktor auftaucht, in der zweiten language-shift Abstufung einzuordnen.

Anne Frank ist eine solche Person, die gerne Neologismen erfindet. Deswegen wäre der zweite hier zu erörternde Fehlertyp der Neologismus. Aus den oben untersuchten Beispielen hat sich erwiesen, dass die Fehler, die Schütz bei den Neologismen gemacht hat, nicht bedeutungsverändernd sind, da im Grunde das Gleiche gesagt wird, nur wird es ein wenig anders umschrieben. Es wird jedoch nicht in den Lesefluss eingegriffen. Wenn man als Leser nur mit der deutschen Tagebuchausgabe bekannt ist, fällt es einem gar nicht auf, der Humor entgeht einem jedoch. Deswegen sind die Fehler, die Schütz bei den Neologismen gemacht hat, in der ersten language-shift Abstufung unterzubringen.

Der dritte Fehlerbereich im Vokabular ist das Kriegs- und Besatzungsvokabular, wozu auch die verschiedenen Bemerkungen über Juden gezählt werden können. Wie bereits in der vorherigen Analyse erwähnt, ließen sowohl Anneliese Schütz als auch Mirjam Pressler das Wort „Vollblut“ weg, als es um das Übersetzen des Wortes „volbloed-Joden“ (NL: 4) ging. Beide Übersetzerinnen haben das Wort „Vollblut“ umgangen und lediglich mit „Juden“ übersetzt. Es kann vermutet werden, dass sie das deutsche Lesepublikum nicht mit diesem Wort konfrontieren wollten. Für die Interpretation hieße es aber, dass die deutsche Übersetzung als weniger konfrontierend bzw. abgeschwächt bezeichnet werden kann. Auch ist es erwähnenswert, dass Schütz das Wort „Jude“ überhaupt umgeht. Wenn nicht mehr von Juden die Rede ist, sondern von allgemeineren Bezeichnungen, kann dies so interpretiert werden, dass der Leser in der Übersetzerinterpretation von den Juden abgelenkt wird. Als Leser muss man sich realisieren, dass es eine Jüdin ist, die hier schreibt. Wenn Anne in Schützens Übersetzung also mit einem gewissen Abstand von „den Juden“ und „sie“ spricht, entsteht für den Leser also auch mehr Abstand und weniger Konfrontation. Es wäre demnach festzustellen, dass durch die Veränderungen, die Schütz in der Übersetzung vorgenommen hat, vielmehr aus deutscher Sicht als aus der Sicht eines kleinen jüdischen Mädchens geschrieben wurde. Die Übersetzung stimmt an diesen Stellen nicht mehr mit dem Original überein und das führt dazu, dass die Interpretation des Textes so verändert wurde, dass man sich als deutscher Leser weniger mit dem Mädchen identifizieren kann oder soll. Demnach ist es für die Einordung wichtig, festzuhalten, dass in die Interpretation eingegriffen wurde, wodurch folglich von der dritten Stufe ausgegangen werden muss.

Der letzte zu besprechende Punkt des Vokabulars wäre das Kauderwelsch. Im Tagebuch ist es meistens Dussel, der sich im halb niederländischen und halb deutschen Stil auszudrücken versteht. Für einen Übersetzer ist es zwar ziemlich schwierig, ein solches Kauderwelsch zu übersetzen. Man kann Schütz jedoch vorwerfen, dass sie nichts davon hat durchschimmern lassen. Der hier erwähnte Fehlertyp des Vokabulars verändert zwar nicht wortwörtlich die Intention des Primärtextes, weil der ganze Satz auf Deutsch übersetzt wurde. Es ließen sich jedoch Argumente dafür finden, dass der Leser in seiner Interpretation beeinflusst wird. Dussel wird nämlich nicht mehr als der humorvoll Kauderwelsisch sprechende Mann dargestellt - wodurch er ein bestimmtes einzigartiges Merkmal erhält - sondern als nur eine weitere Person die im Tagebuch vorkommt. Hierdurch verändert sich das Bild, das der Leser von Dussel erhält. Folglich wäre hier also was das Kauderwelsch angeht festzustellen, dass es dem Leser im Leseprozess was die sprachlichen Fehler angeht, nicht auffallen würde. Dadurch dass Dussel in der Übersetzung keine Mischform mehr spricht, verändert sich aber die Interpretation des Lesers, wodurch der Punkt Kauderwelsch unter die dritte Kategorie fallen würde.


  1. Sprichwörter und Redensarten;

Unter den Sprichwörtern und Redensarten können zwei Fehlerarten unterschieden werden. Der erste Fehlertyp betrifft die Sprichwörter und Redensarten, die durch „falsche Freunde“ und wortwörtliche Übersetzungen, eine ganz andere Wendung bekommen. Als zweite Fehlerart soll das Umgehen von Sprichwörtern und das Verändern der im Primärtext interdierten Aussage skizziert werden.

Im zweiten Kapitel wurde bereits ausführlich davon berichtet, dass Anneliese Schütz, dadurch dass sie ein Sprichwort oder eine Redensart nicht als solche erkannt hat, es versäumt hat ein dem Original entsprechendes Äquivalent zu finden. An den Stellen an denen ein Sprichwort in der Übersetzung angemessen erscheint, tauchen mehrfach wortwörtliche Übersetzungen auf, die folglich den deutschen Lesern komisch vorkommen können. Der erste Fehlertyp wäre also unter die zweite Gradierung einzustufen.

Die zweite Fehlerart hat allerdings eine größere Tragweite, da diese zur Folge hat, dass sich die Interpretation des Lesers verändern könnte. Es sollen hierzu zwei Beispiele angeführt werden. Als erstes Beispiel soll der Eintrag vom 2. September 1942 erwähnt werden, in dem Annes Mutter und Frau v. Daan sich nicht so gut vertragen. Anne schreibt, dass „het [...] tussen die twee niet [botert]“ (NL: 25). Schütz schwächt in ihrer Übersetzung das von Anne skizzierte Bild ab, indem sie schreibt: „Mit Mutter und Frau v. Daan geht es auch nicht so gut“ (S: 29). Dadurch, dass Schütz hier das Verwenden einer Redewendung umgeht, verändert sich folglich auch die Interpretation des Lesers, da die Situation in der Übersetzung von Schütz viel weniger schlimm aussieht, als wie es bei Anne beschrieben wird. Am 27. September hat Frau v. Daan immer noch „de bokkepruik op“ (NL: 31), was von Mirjam Pressler mit der Redewendung „eine Laus über die Leber gekrochen“ (P: 54) übersetzt wird. Auch an dieser Stelle umgeht Schütz die Redewendung, indem sie schreibt, dass Frau v. Daan „unberechenbar“ (S: 33) sei. In der Fassung von Anne und Pressler, weiß man als Leser ganz genau, dass Frau v. Daan in einer ziemlich schlechten Stimmung ist. Im Vergleich zur Übersetzung von Schütz, weiß man bei Frau v. Daan gar nicht mehr woran man bei ihr ist. Hier zeigt sich also, dass sich das Bild, das sich der Leser des Originals von Frau v. Daan formt, abweicht vom Bild, das der Leser der Übersetzung von Schütz vor Augen hat. Das Fazit wäre, dass dieser Punkt unter die dritte Abstufung fällt.


  1. Auslassungen;

Aus der Analyse erwies sich, dass im Großen und Ganzen vier verschiedene Arten von Auslassungen zu unterscheiden sind. An erster Stelle sind die allgemeinen Auslassungen nennenswert, wovon sich vermuten lässt, dass Schütz sie entweder übersehen hat, oder vielleicht zu schwierig fand, oder für nicht relevant genug hielt. Egal welchen Grund Schütz auch gehabt haben mag, diese Textstellen auszulassen, es ist ihr zwar vorzuhalten, dem Leser fallen sie im Grunde genommen gar nicht auf. Diese Auslassungen greifen nicht in den Leseprozess ein und verändern die Interpretation auch nicht. Demnach sind diese allgemeinen Auslassungen in der ersten Abstufung unterzubringen.

An zweiter Stelle stehen die Auslassungen, die im politischen Bereich untergebracht werden können. In der Analyse wurde der Ausschnitt aus dem Tagebuch vom 20. Juni 1942 zitiert, in dem in der niederländischen Fassung das Wort „Jude“ überwiegend mehr vorkam als in der deutschen Fassung von Anneliese Schütz. Weiter wurde auch noch das Beispiel erwähnt, dass Schütz das Wort „Faschist“ (NL: 42) ausließ. Außerdem ließ Schütz in Annes Prospekt und Leitfaden vom Hinterhaus weg, dass das Radio nur den Bewohnern zur Verfügung steht und es wurden auch alle negativen Äußerungen über Deutsch und Deutsche aus dem Leitfaden gestrichen. Von Annes Standpunkt aus gesehen, entsteht für den niederländischen Leser ein deutliches „wir-“ und „sie-Gefühl“ bzw. „wir, die untergetauchten Juden“ und „sie, die Deutschen die uns in eine solche Situation gezwungen haben“. In der deutschen Fassung von Schütz kommt Annes politisch gefärbte Meinung viel weniger zur Geltung und wird der Leser vielmehr vom Standpunkt der Jüdin Anne in die Richtung einer viel neutraleren und mehr unparteiischen Position gedrängt. Im Grunde wird der deutsche Leser hier also in der Übersetzung ein wenig verschont. Im ebenfalls oben zitierten Eintrag vom 9. Oktober 1942 wird dem Leser des Weiteren wegen verschiedenster Auslassungen ein verzerrtes Bild vorgehalten. Aus Annes Sicht werden „doodleuk een stuk of 5 gijzelaars“ (NL: 40), nämlich „Angesehene, unschuldige Bürger“ (P: 65) „seelenruhig“ (P: 65) verhaftet und gegen die Wand gestellt. Es entsteht der Eindruck einer zielgerichteten Aktion, die dann in der Zeitung als „schicksalhaftes Unglück“ (P: 65) veröffentlicht wird. Schütz vermittelt hier jedoch nicht das Bild einer zielgerichteten Aktion, die dann in der Zeitung maskiert wird, sondern es entsteht beim Lesen von Schützens Übersetzung der Eindruck, es sei eine gerechtfertigte Aktion, um davor zu warnen, sich der Sabotage nicht anzuschließen. Wegen dieser Rechtfertigung erscheinen im Grunde die Deutschen, die für das Erschießen dieser Menschen verantwortlich waren, in einem besseren Licht. Sprachlich fällt es dem Leser demnach also nicht auf, dass etwas in der Übersetzung im Vergleich zum Original verändert wurde. Im Vergleich zwischen dem Original und der Übersetzung wird dem Leser in der Übersetzung aber eine deutlich andere Übersetzerinterpretation vermittelt, weswegen die politisch gefärbten Auslassungen doch ziemlich deutlich in der ersten und dritten Abstufung untergebracht werden müssen.

Anne Frank vertritt in ihrem Tagebuch eine klare Meinung – eigentlich allem gegenüber. Das betrifft auch Schimpfwörter, die hier demnach an dritter Stelle untersucht werden sollen. Es hat sich im zweiten Kapitel bereits herausgestellt, dass sich eindeutig eine mildernde und abschwächende Wirkung in der Übersetzung von Schütz erkennen lässt, aus der sich der Generationenunterschied zwischen Anne Frank und Anneliese Schütz spiegelt. Es kann hier demnach auch nicht verkannt werden, dass es dem Leser nicht auffallen würde, dass die Beschimpfungen in abgemilderter Form wiedergegeben werden. Ein Mädchen, das so unverblühmt über ihre Sexualität spricht, wird wohl nicht die Schimpfwörter in ihrem eigenen Tagebuch mit Pünktchen schreiben. Aber dadurch, dass diese Textstellen so umgeändert wurden, wird dem Leser auch ein ganz anderes, abgemildeteres und braveres Bild von Anne vermittelt. Infolgedessen wäre diese dritte Art der Auslassungen, der dritten Abstufung gemäß.

Viertens wäre Annes Tagebuch nicht ihr Tagebuch, wenn sie nicht auch über ihre eigene Familie geschrieben hätte. Dabei fällt in der Übersetzung von Schütz auf, dass die Familie nicht schlecht dastehen sollte. Im Tagebucheintrag vom 7. November 1942 schreibt Anne; „Ik klamp me aan vader vast, omdat hij de enige is die mijn laatste restje familiegevoel ophoudt.” (NL: 45). In der Übersetzung von Schütz ist zwar Annes Vater derjenige, der ihr Familiengefühl hochhält, aber vom „laatste restje“ spricht sie nicht (S: 45). Die Dramatik und Verzweiflung von Anne werden hierdurch viel weniger zum Ausdruck gebracht. Für die Leser wäre eine solche Auslassung weniger auffällig im Leseprozess. Das Bild das in der Übersetzung vermittelt wird, ist hier doch schon als „verzeichnet“ zu beurteilen. Es bleibt dem Leser nämlich verschleiert, dass Anne hier bei ihrem letzten Hoffnungsschimmer angelangt ist, denn man könnte denken, dass in ein paar Tagen alles wieder beim Alten ist, wenn sich ihre Wut gelegt hat. Annes Gefühle bezüglich ihrer eigenen Familie wird in der Übersetzung viel weniger ehrlich wiedergegeben, da bestimmte Sachen ausgelassen werden, sodann Annes Gefühlswelt zum Teil für die Leser verschwiegen wird. Demnach sind die Auslassungen, die sich auf die Familie beziehen, in der ersten und dritten Abstufung unterzubringen.


  1. Hinzufügungen;

Es tauchen im Allgemeinen größere und kleinere Hinzufügungen auf, die im Großen und Ganzen auf drei Dinge ausgerichtet sind; nämlich Personen besser oder schlechter hinzustellen und ein mehr neutraleres und differenziertes Bild von den Deutschen und den Juden zu vermitteln.

Personen, die als „bessere“ oder „schlechtere“ Leute hingestellt werden, sind beispielsweise Margot, Annes Vater und Anne selbst. Da Schütz die Familie Frank ziemlich gut gekannt hat, könnte es naheliegen, dass es sich bei diesen Hinzufügungen um die persönliche Meinung von Schütz handeln könnte. Dadurch dass sowohl Margot als Annes Vater durch diese Hinzufügungen als bessere Leute hingestellt werden, verändert sich auch das Bild, das den Lesern vermittelt wird. Für die Leser wirkt es nämlich in der Übersetzung so, als wäre Anne viel positiver ihrer Familie gegenüber eingestellt. Anne dahingegen, wird für die Leser als viel kindlicher dargestellt, alsob sie eine kindische Göre wäre. Folglich kann hieraus den Rückschluß gezogen werden, dass dem Leser ein verändertes Bild von Anne vorgehalten wird. Es lässt sich hieraus schließen, dass diese Hinzufügungen mit Recht ihren Platz in der dritten Abstufung verdienen. Das Schwierige dabei ist aber, dass es einem als Leser, wenn man nicht über die zwei Versionen verfügt, gar nicht auffällt, dass in der Übersetzung Veränderungen durchgeführt wurden. Demnach sollen diese Hinzufügungen auch der ersten Kategorie zugeordnet werden.

Als dritter Punkt, wurde bereits angesprochen, dass Hinzufügungen auch ein neutraleres und differenziertes Bild von den Deutschen und den Juden vermitteln können. Im zweiten Kapitel wurde deswegen schon ausführlich Anneliese Schütz’ berühmt gewordener Fehler7 aus dem Eintrag vom 9. Oktober 1942 erörtert. Abgesehen davon, dass wegen vieler verschiedener Gründe Verständnis für diese Hinzufügung aufgebracht werden kann, muss dennoch kritisiert werden, dass es sich trotzdem um eine Veränderung des Originals handelt, wodurch der deutsche Leser in seiner Deutung beeinflusst wird. Demnach muss der Schluss gezogen werden, dass dieser gravierende Eingriff in die Interpretation des Lesers, in die dritte Abstufung kategorisiert werden muss.


  1. Register, Ton: Ausdruck von Zu- oder Abneigung, Humor, Ironie usw.

Aus der oben ausgearbeiteten Analyse haben sich vier primäre Stichpunkte ergeben, die im Folgenden noch einmal diskutiert und näher untersucht werden sollen.

Aus dem letzten Unterkapitel hatte sich bereits herausgestellt, dass Anneliese Schütz durch das Hinzufügen oder Weglassen bestimmter Wörter oder Ausdrücke bestimmte Personen in der Übersetzung besser oder schlechter darstellen konnte. Aus der Analyse des letzten Kapitels erwies sich, dass Anne in der Übersetzung eine viel deutlichere Zuneigung ihrer Familie gegenüber hatte, während hingegen ihre Abneigungen bestimmten Leuten gegenüber viel mildernder und abgeschwächt präsentiert wurden. Hieraus lässt sich schließen, dass durch die Umänderungen die Schütz in der Übersetzung eingearbeitet hat, die Interpretation des Lesers nicht nur stark beeinflußt, sondern regelrecht für den Leser unsichtbar verändert wurde. Hierdurch wäre eine Einordnung in die erste und dritte Abstufung schlüssig.

Als zweiten näher zu betrachtenden Punkt sollen die verschiedenen Verharmlosungen in der Übersetzung zur Sprache gebracht werden. Unter anderem wurde das Beispiel angeführt, dass eine „Diskussion“ (NL: 33) bei den Leuten im Hinterhaus ein anderes Wort für „Streit“ sei, wohingegen in Schütz’ Übersetzung von einer „Tischunterhaltung“ (S: 35) gesprochen wird. Bei solchen Unänderungen muss davon ausgegangen werden, dass diese language-shifts eine andere Vermittlung der Interpretation bewerkstelligen, da es den Anschein hat, alsob man sich im Hinterhaus gar nicht streitet, sondern dass man sich bloß unterhält, auch wenn man sich nicht einig ist. Hier zeigt sich also, dass eine falsche Auswahl eines bestimmten Wortes, für die Interpretation einer Übersetzung große Folgen haben kann. Dem Leser wird nämlich ein gänzlich anderes Bild von der Situation vermittelt. Ein weiteres Beispiel wäre noch die Stelle, wo Anne von den Holländern spricht. Sie schreibt, dass es „Aan de Hollanders [...] heus niet“ (NL:9) liegt, dass es den Juden so schlecht geht. Anstatt dieses „heus“, das Pressler übersetzt als „wirklich nicht“ (P: 26), schreibt Schütz dass es „bestimmt nicht“ (S: 15) an den Holländern liegt. Das Wort „bestimmt“ drückt eine viel größere Vehemenz aus. Es zeigt sich folglich in der Übersetzung eine viel größere Parteinahme und eine viel größere Überzeugtheit der eigenen Aussage. Hierdurch wird ein anderes Bild von der Situation vermittelt und wäre eine Zuordnung in die erste und dritte Abstufung folglich plausibel.

Der dritte Punkt auf den noch einmal eingegangen werden muss, ist Annes Sarkasmus und Ironie. Aus dem Sarkasmus und der Ironie zeigt sich eine auf humorvolle Weise geschilderte Abneigung, die Anne bestimmten Leuten gegenüber hegt. Frau v. Daan wird im Tagebuch beispielsweise auf den Arm genommen, wenn Anne wegen dem „heer gemaal“ (NL: 37) nur so vor Sarkasmus trieft. Man sieht es fast schon vor sich. Aber in der Übersetzung erscheint der Herr Gemahl jedoch nur als „ihr[..] Mann“ (S: 38), wodurch der Sarkasmus ganz herausgefiltert zu sein scheint. An dieser Stelle wird der Lesefluss in der Übersetzung nicht gestört, und es kann behauptet werden, dass es dem Leser gar nicht auffallen würde. Wenn der Sarkasmus aber ganz herausgefiltert wird, geht in der Übersetzerinterpretation Annes Humor größtenteils verloren. Deswegen kann behauptet werden, dass was dem Leser im Primärtext vermittelt wird, anders aussieht und auch eine andere Wirkung hat, als das was dem Leser in der Übersetzung vermittelt wird. Eine Zuordnung in die erste und dritte Abstufung wäre demnach angebracht.

Der vierte und letzte Punkt dieses Unterkapitels bezieht sich auf das Register und den Ton. An der Wortwahl lässt sich deutlich die Persönlichkeit und das soziale Umfeld einer Person erkennen. Es ist daran abzulesen, welcher Generation und welchem Milieu sich die Person zugehörig ist.8 Hierbei muss auf die Aussage von Lefevere zurückgegriffen werden, dass Anneliese Schütz zu alt gewesen sei, um den richtigen Ton in ihrer Übersetzung treffen zu können (vgl. Lefevere: 352). Mehrfach fallen Wörter und Ausdrücke auf, die ein wenig veraltet klingen; wie zum Beispiel „Döskopp“ (S: 28) anstatt „Dummkopf“ (P: 44) oder dass Peter ein „Jüngling“ (S: 29) anstatt einfach nur ein Junge wäre und „Jungfer Schnatterbeck“ (S: 37) klingt doch auch schon ein wenig veraltet. Für den Lesefluss hat dies im Prinzip keine Folgen. Es könnte dem Leser allenfalls auffallen, dass ein junges Mädchen solche Worte in den Mund nimmt. In der Übersetzerinterpretation könnte Anne somit schon als ein wenig altmodisch angesehen werden. Die Botschaft aus dem Original wird also nicht verändert, sie wirkt nur anders auf die Leser. Deswegen kann dieser letzte Punkt in der zweiten und dritten Abstufung kategorisiert werden.


  1. Syntax und eventuelle Glättungen, Interpunktion;

Die Syntax ist der letzte Punkt der Kriterienliste, die sich, wie es sich herausgestellt hat, als roter Faden durch die ganze Übersetzung von Anneliese Schütz hindurchzieht. Wie sich am Beispiel des ersten Tagebucheintrags gezeigt hat, strukturiert Anneliese Schütz die Reihenfolge der Haupt- und Nebensätze, sowie die jeweiligen Konjunktionen gerne um (vgl. Schroth: 125). Annes Original erscheint ab und zu ein wenig holprig, wogegen die Übersetzung von Schütz als viel übersichtlicher und stilistisch glätter zu bezeichnen wäre. Vermutlich dient dies der Leserfreundlichkeit, wodurch eine Zuordnung zur ersten Abstufung zugestimmt werden kann. Es kommen jedoch auch stilistische Glättungen vor, die in den Text eingreifen. In der Originalfassung des Eintrags vom 29. Oktober 1943 schreibt Anne beispielsweise, sie hätte „een gevoel als een zangvogel, wiens vleugels hardhandig uitgerukt zijn en die in een volslagen duisternis tegen de spijlen van zijn nauwe kooi aanvliegt“ (NL: 110). Schütz muss sich gedacht haben, dass Vögel ohne Flügel nicht fliegen können, weswegen sie daraus Folgendes macht: „Ich fühle mich wie ein Singvogel, dem man die Flügel beschnitten hat, und der im Dunkeln gegen die Stangen seines Käfigs anfliegt“ (S: 104. Ob Flügel nun beschnitten oder ausgerissen sind, ist ein ziemlicher Unterschied, meint auch Simone Schroth in ihrer Untersuchung (vgl. Schroth: 140). Schütz verbessert an dieser Stelle also den Primärtext, während Pressler in ihrer Übersetzung der Originalfassung treu bleibt. Diese freiere Übersetzungstechnik hat zwar dazu geführt, dass das Bild das beim Leser entsteht, viel logischer erscheint, das Bild aus dem Originaltext wird aber gleichzeitig verkannt, da Schütz eine Verbesserung für nötig hielt. Hieraus kann man schließen, dass es dem Leser im Prinzip gar nicht aufzufallen braucht, dass hier eine „Verbesserung“ des Originals vorliegt. Es wird nicht in den Lesefluss eingegriffen. Was dem Leser vermittelt wird, ist aber der Logik wegen ein kleinwenig umgeändert, weswegen eine Zuordnung zur ersten und dritten Abstufung sinnvoll erscheinen.

Außer den stilistischen Glättungen, fällt gleich die Interpunktion auf, wenn man die zwei Tagebuchfassungen nebeneinander hält. Vor allem im visuellen Bereich wird die Aufmerksamkeit des Lesers durch „>><<“-Zeichen und Ausrufezeichen auf bestimmte Wörter gelenkt, wodurch die Betonung auf ganz andere Art und Weise auf den Leser wirkt. Wenn beispielsweise Anne das Wort „Taucherfamilie“ ohne solche „>><<“-Zeichen schreibt, kann angenommen werden, dass dieses Wort fest in Annes Wortschatz integriert ist. Durch die hinzugefügten Zeichen wird aber das Bild einer Fremdartigkeit dieses Wortes „>>Taucher-Familie<<“ geschaffen, so dass dieses Wort jedes Mal einen bestimmten Nachgeschmack mit sich trägt. So kann „Taucherfamilie“ ganz anders ausgelegt werden als Anne es vermutlich gemeint hat. Demnach kann davon ausgegangen werden, dass die Interpretation des Lesers an dieser Stelle beeinflusst wird, weswegen es annehmbar ist, die Interpunktion in der dritten Abstufung unterzubringen.

Schematisch wiedergegeben sehe die Einstufung der Übersetzerinterpretation von Anneliese Schütz so aus:

Abbildung 3


Kriterien

Language-Shifts

Gradierung 1

Language Shifts

Gradierung 2

Language Shifts

Gradierung 3

Fehler in der Übersetzung

  • Ausdrücke

  • Flüchtigkeitsfehler

  • Kontextäquivalent


X

X



X

X


X

Vokabular

  • Niederlandismen

  • Neologismen

  • Kriegs- und Besatzungsvokabular

  • Kauderwelsch



X


X



X

X

Sprichwörter und Redensarten

  • Falsche Freunde und wortwörtliche Übersetzungen

  • Umgehen von Sprichwörter und Redewendungen





X



X

Auslassungen

  • Im Allgemeinen (übersehen, zu schwierig oder nicht relevant genug)

  • Politisch orientierte Wörter (Jude, Faschist, Deutsch(e) )

  • Beschimpfungen

  • Auslassungen in Bezug auf Familie


X


X


X






X


X

X
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