Ansprache von johannes paul II. An die teilnehmerinnen des 21. Generalkapitels der kongregation der heiligen familie von nazaret




НазваниеAnsprache von johannes paul II. An die teilnehmerinnen des 21. Generalkapitels der kongregation der heiligen familie von nazaret
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Wie mein Vorgänger und ehemaliger Apostolischer Delegat in Ihrem Land, der selige Papst Johannes XXIII., in seiner Enzyklika Pacem in Terris betonte, kann die Frage des Friedens nicht von der Frage der Menschenwürde und der Menschenrechte getrennt werden. Mit anderen Worten: Die weitreichenden Probleme hinsichtlich der Ordnung in weltweiten Angelegenheiten können nicht auf angemessene Weise in Angriff genommen werden, ohne sich auch mit Fragen der Moralität und des ethischen Verhaltens auseinanderzusetzen. Daher erfordern der Friede und die Eintracht innerhalb der Nationen und zwischen den Völkern und Staaten auch auf internationaler Ebene eine immer stärker auf Integration und Mitwirkung bedachte Ausübung der politischen Autorität und eine größere Transparenz und Verantwortlichkeit in allen Bereichen des öffentlichen Lebens. Papst Johannes, der die Wahrheit, die Gerechtigkeit, die Liebe und die Freiheit als die vier Säulen des Friedens betrachtete, rief zu einer edleren Vision der staatlichen Autorität auf, und »mit Kühnheit drängte er die Welt dazu, sich in eine Lage jenseits ihres derzeitigen Zustandes der Unordnung zu versetzen und sich neue Formen einer völkerrechtlichen Ordnung auszudenken, die der menschlichen Würde gerecht würden« (vgl. Botschaft zum Weltfriedenstag 2003 , 6; in O.R. dt., 20.12.2004, Nr. 51/52, S. 10).

Eines der wichtigsten Mittel, um diese weltweite Ordnung zu sichern und folglich auch Frieden zu schaffen, ist das internationale Recht, das heute mehr und mehr dazu bestimmt ist, zu einem auf Gerechtigkeit und Solidarität gründenden Recht des Friedens zu werden. Die internationale Gemeinschaft im allgemeinen spielt daher eine besondere Rolle bei der Förderung der Menschenwürde und der Unterstützung der Freiheit der Völker wie auch bei der Vorbereitung von Kulturen und Institutionen auf die notwendige Aufgabe, den Frieden aufzubauen. Die katholische Kirche ist bereit, die Initiativen voll zu unterstützen, die zur Wiederherstellung des Friedens und zur Versöhnung beitragen. Daher begrüße ich die Nachricht von den Fortschritten, die im Hinblick auf eine gerechte Lösung der Zypernfrage gemacht werden konnten. Aufrichtig bestärke ich alle beteiligten Parteien, keine Mühe zu scheuen, um die Wiedervereinigung und die Aussöhnung auf der Insel so schnell wie möglich voranzutreiben.

In der großen internationalen Gemeinschaft kommt den Vereinten Nationen eine besondere Rolle zu. Obwohl eine Reform notwendig ist, »die die Organisation der Vereinten Nationen für die Erreichung ihrer noch immer gültigen satzungsgemäßen Ziele funktionsfähig machen soll« (Botschaft zum Weltfriedenstag 2004 , 7), stellt diese internationale Organisation noch immer die geeignetste Instanz dar, um jene schweren Herausforderungen aufzunehmen, denen die menschliche Familie des 21. Jahrhunderts gegenübersteht. Unter diesen Herausforderungen ist die todbringende Plage des Terrorismus ein ganz besonders ernstes Problem, denn häufig setzt er sich über die traditionelle Logik der Rechtssysteme hinweg, die zur Regelung der Beziehungen zwischen souveränen Staaten entstanden sind. Im ständigen Kampf gegen den Terrorismus müssen daher durch das internationale Recht multilaterale Rechtsmittel geschaffen werden, die dieses abscheuliche Verbrechen wirksam zu überwachen, zu bekämpfen und zu verhindern vermögen. Infolge der unlängst verübten Terroranschläge in Ihrem Land möchte ich an dieser Stelle der Nation erneut meine aufrichtige Anteilnahme bekunden.

Herr Botschafter, gewiß wird Ihre Mission beim Heiligen Stuhl die Bande der Verständigung und Zusammenarbeit zwischen uns stärken. Sie können sicher sein, daß die verschiedenen Ämter der Römischen Kurie stets bereit sein werden, Sie bei der Erfüllung Ihrer wichtigen Aufgabe zu unterstützen. Ihnen und dem geliebten türkischen Volk erteile ich von Herzen den reichen Segen des allmächtigen Gottes.


ANSPRACHE VON JOHANNES PAUL II. AN DIE TEILNEHMER DER VOLLVERSAMMLUNG DER DER PÄPSTLICHEN AKADEMIE FÜR DAS LEBEN

Samstag, 21. Februar 2004

Liebe Brüder und Schwestern!

1. Es ist mir eine große Freude, euch, die Mitglieder der Päpstlichen Akademie für das Leben, aus diesem besonderen Anlaß empfangen zu können, bei dem ihr den 10. Jahrestag der Gründung der Akademie in Erinnerung gerufen habt und zwei »Studientage« veranstaltet, die dem heiklen Problem der künstlichen Befruchtung gewidmet sind.

Ich danke dem Präsidenten, Prof. Juan de Dios Vial Correa, für die freundlichen Worte, die er an mich gerichtet hat, und ich begrüße auch den Vizepräsidenten Msgr. Elio Sgreccia und die Mitglieder des Leitungsgremiums. Allen spreche ich meine aufrichtige Wertschätzung aus für den großen Eifer, mit dem sie die Tätigkeit der Akademie unterstützen.

2. Das Thema, das ihr behandelt, erweist sich voller Probleme und möglichen Auswirkungen, die eine eingehende Prüfung verdienen. Auf dem Spiel stehen Werte, die nicht nur für den Christen, sondern auch für den Menschen als solchen wesentlich sind. Es zeigt sich immer mehr das unabdingbare Band, das zwischen der Zeugung eines neuen Geschöpfes und der bräutlichen Verbindung besteht, in der der Mann durch die eheliche Vereinigung mit der Frau Vater wird und die Frau durch die eheliche Vereinigung mit dem Mann Mutter. Dieser Plan des Schöpfers ist der physischen und geistlichen Natur des Mannes und der Frau eingeprägt und hat als solcher universale Gültigkeit.

Der Akt, in dem der Mann und die Frau Vater bzw. Mutter werden durch das vollkommene gegenseitige Sich-Schenken macht sie zu Mitarbeitern des Schöpfers, indem sie ein neues menschliches Wesen zur Welt bringen, das zum ewigen Leben berufen ist. Eine so reiche Geste, die selbst das Leben der Eltern übersteigt, kann nicht durch einen rein technologischen Eingriff ersetzt, des menschlichen Wertes beraubt und den Determinismen technischer und instrumenteller Handlungen unterworfen werden.

3. Aufgabe des Wissenschaftlers ist vielmehr, die Ursachen der männlichen und weiblichen Unfruchtbarkeit zu erforschen, um dieser betrüblichen Situation der Eheleute zuvorzukommen, die »im Kind eine Bestätigung und eine Vollendung ihres gegenseitigen Sich-Schenkens finden wollen« (Donum vitae , II,2). Gerade deshalb möchte ich zu naturwissenschaftlichen Forschungen ermutigen, die auf die natürliche Überwindung der Sterilität bei den Eheleuten abzielen. Zugleich möchte ich die Spezialisten auffordern, sich mit jenen Eingriffen zu befassen, die diesem Zweck dienen können. Wünschenswert ist, daß die wissenschaftliche Gemeinschaft – der Aufruf gilt insbesondere den gläubigen Wissenschaftlern – auf dem Weg der echten Vorbeugung und der wahren Therapie tröstliche Fortschritte erzielen möge.

4. Die Päpstliche Akademie für das Leben wird es nicht unterlassen, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um jede wirksame Initiative zu ermutigen, die jene gefährlichen Manipulierungen zu vermeiden sucht, welche die Vorgänge der künstlichen Zeugung begleiten.

Auch die Gemeinschaft der Gläubigen soll sich bemühen, die wahren Abläufe der Forschung zu unterstützen, indem sie in den entscheidenden Momenten den Einflüssen einer Technologie widersteht, die die wahre Vater- und Mutterschaft ersetzen soll und deshalb für die Würde der Eltern und der Kinder schädlich ist.

Mit diesen ermutigenden Wünschen erteile ich von Herzen euch allen meinen Segen, in den ich gerne alle euch nahestehenden Personen einschließe.
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