Rudolf steiner gesamtausgabe




НазваниеRudolf steiner gesamtausgabe
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Дата22.10.2012
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tenden Kriminal-Anthropologen Benedikt angeführt. Er war der erste, welcher Verbrechergehirne untersucht hat — nach dem Tode selbstverständlich —, der Verbrechergehirne sezierte im Hinblick darauf, ob ein Zusammenhang besteht zwischen dem Bau des Gehirnes und den verbrecherischen Eigenschaften. Benedikt hat an den Verbrechergehirnen etwas sehr Wichtiges gefunden, er hat gefunden, daß sie alle eine gemeinschaftliche Eigenschaft haben, nämlich einen zu kurzen Hinterhauptslappen, der das Kleinhirn nicht vollständig bedeckt. Also stellen Sie sich vor, daß die gemeinsame Eigenschaft der Verbrechergehirne ein zu kurzer Hinterhauptslappen ist — wie ihn die Affen auch haben —, der das Kleinhirn nicht bedeckt. Das ist aber eine Eigenschaft, die ganz selbstverständlich eine Eigenschaft des physischen Leibes ist. Man muß daraus notwendigerweise zu der Anschauung kommen: Es gibt zweierlei Menschen durch die Geburt. Die einen haben einen richtigen Hinterhauptslappen, der das Kleinhirn bedeckt, die anderen haben einen zu kurzen Hinterhauptslappen. Diejenigen, die einen richtigen Hinterhauptslappen haben, werden keine Verbrecher; diejenigen, die einen zu kurzen Hinterhauptslappen haben, müssen Verbrecher werden, können gar nicht anders, als Verbrecher werden.

Wird dieser Erkenntnis gegenüber, gegen die gar nichts einzuwenden ist, denn sie ist absolut richtig, vom Standpunkt der materialistischen Weltanschauung, nicht all unser Reden von Moral eine Farce, ein Unsinn ? Können wir Menschen noch bestrafen, wenn wir uns sagen müssen: Die können, weil sie einen zu kurzen Hinterhauptslappen haben, nicht anders als Verbrecher werden ? Sie sehen, wohin der Materialismus nach und nach ausarten muß. Er muß auch alles Geistige im sozialen, ethischen, im juristischen Leben auslöschen, oder er wird selbstverständlich in einer fortwährenden Lüge arbeiten müssen. Denn gegen die Tatsache, die ich angeführt habe, ist nichts einzuwenden — so ist sie! Und für denjenigen, der eben nicht eine geistige Weltanschauung zugibt, gibt es eben nichts als diese Tatsache.

Nehmen wir jetzt dasjenige, was wir zu sagen haben. Gewiß, die Menschen werden so geboren, daß es solche gibt mit richtigen

Hinterhauptslappen und solche mit zu kurzen Hinterhauptslappen. Aber es ist ein Ätherleib da, der in ganz anderer Weise ausgebildet werden kann und beweglicher ist als der physische Leib. Für den Hinterhauptslappen des physischen Leibes ist der Hinterhauptslappen des Ätherleibes da. Die Menschen der Zukunft werden lernen müssen zu unterscheiden zwischen Kindern, die einen zu kurzen Hinterhauptslappen und einen langen Hinterhauptslappen haben, und danach werden sie zu erziehen haben als Lehrer oder Erzieher. Sie werden wissen müssen, in welchen Eigenschaften ein zu kurzer Hinterhauptslappen in frühestem Kindesalter sich äußert. Diese Kinder wird man so zu erziehen haben, daß auf sie gewirkt wird so, daß der Ätherlappen entsprechenderweise stark sich ausbildet, daß ein Gegengewicht gebildet ist. Dann wird man dadurch, daß der Ätherlappen sich stark ausbildet, den Schaden verhindern, den der physische Lappen anrichten kann, wenn er zu kurz ist.

Wir sind eben noch nicht in das Zeitalter eingetreten, in welchem das alte Erbgut schon ganz verglommen ist; aber die Zeit wird kommen. Und würde Geisteswissenschaft nicht in die Gemüter eindringen können, so würde es eben unbedingt dahin kommen, daß der Materialismus auch alle Moral, alle Ethik, alle Juristerei ergreifen müßte, daß das Geistige überhaupt ausgelöscht werden müßte. Denn das würde allein konsequent sein. Zu dem, was kommen muß, kann man aber nur kommen, wenn man sich bewußt wird, daß, ebenso wie man die Luft einatmet, man auch braucht die Mitarbeiterschaft der geistigen Hierarchien bei demjenigen, was man denken, was man fühlen will. Aber da kommen natürlich unsere Zeitgenossen und sagen: Ja, wir können doch ganz gut denken, wir können ja vorzüglich denken, und wir glauben nicht, daß diese Hierarchien da so in uns wirtschaften! Wie sollten wir nicht gut denken können? — Ein Naturforscher der Gegenwart, der ein sehr guter Naturforscher ist, der aber die Schwachheit hat, allerlei philosophisches Zeug auch noch nebenbei zu schreiben, der begeht diese eigentümlich unbewußte Tat, daß er einen seiner Vorträge damit schließt, wie man es «so herrlich weit gebrachte hat und so weiter, und gar nicht nachschaut in Goethes Faust, wer das sagt. Die Menschen

haben eben das Bewußtsein: Sie können recht, recht gut denken, sind nicht angewiesen darauf, ihr Denken befruchten zu lassen aus der geistigen Welt.

Man müßte eigentlich viel reden, wenn man gründlich über dieses Kapitel reden wollte. Aber lassen Sie mich von vielen nur ein kleines, ganz kleines Beispielchen anführen. Ich habe neulich in dem öffentlichen Vortrage aufmerksam gemacht auf einen vergessenen Denker: auf Karl Christian Planck. Ich will durchaus nicht in dogmatischer Weise alles verteidigen, was Karl Christian Plank geschrieben hat. Ich habe aber aufmerksam darauf gemacht, wie er wirklich aus einem tieferen geistigen Bewußtsein heraus gearbeitet hat, und wie er eine gewisse geistgemäße Weltanschauung doch zustande gebracht hat. 1880 ist er gestorben. Kein Mensch hat sich im Grunde genommen um seine Bücher viel gekümmert. 1912 ist noch erschienen «Das Testament eines Deutschen» von Karl Christian Planck, ein wunderbares Buch. Es ist also, da er 1880 gestorben ist, vor 1880 geschrieben. Dazumal wurde es in der ersten Auflage 1881 von Köstlin herausgegeben. Jetzt ist es wiederum 1912 herausgegeben worden. Aber die Leute haben sich nicht viel darum gekümmert und man kann ja auf solche Erscheinungen, ich sagte schon, in irgendeiner Form aufmerksam machen. Ich habe schon darauf aufmerksam gemacht in der ersten Auflage der «Rätsel der Philosophie», in «Welt- und Lebensanschauungen im 19. Jahrhundert», — ich habe auf Karl Christian Planck also schon 1900 hingewiesen. Aber es nützt das nicht leicht etwas, auf eine geistgemäße Weltanschauung heute hinzuweisen, denn zunächst haben die Leute so die Meinung: Eine geistgemäße Weltanschauung — was kaufen wir uns denn dafür eigentlich ? — Aber die andere Frage ist doch die: Lebt denn nicht in einer solchen geistgemäßen Weltanschauung doch eben etwas von jenen spirituellen Kräften, die das Denken befruchten ? — Ja, da kommen natürlich die materialistisch denkenden Menschen und sagen: Das sieht man ja an all den Idealisten und Spiri-tualisten und Menschen, die so in der geistigen Welt leben, man sieht es ja an denen, sie sind unpraktische Leute, sie wissen gar nichts von der Wirklichkeit, und würde man sich im praktischen

Leben auf diese Leute einlassen, dann könnte dieses praktische Leben nicht weitergehen, zum praktischen Leben gehören praktische Menschen. — Die so reden, haben alles von der praktischen Weisheit mit Löffeln gegessen, und daß sie das von der praktischen Weisheit mit Löffeln gegessen haben, das rührt nach ihrer eigenen Anschauung namentlich davon her, daß sie nicht hören auf diese verblendeten, träumerischen, phantastischen Idealisten ! Nun, Planck war wirklich ein Idealist, war wirklich ein Mensch, der in einer geistigen Welt gelebt hat und der eigentlich etwas zustande bringen wollte, was aus dem Geistigen heraus in die Welt eingreift. Wir konnten viele Gebiete anführen, aber wie gesagt, ein Beispielchen möchte ich Ihnen nur gerade von diesem Karl Christian Planck anführen. Ich habe es gerade hier in Berlin in dem öffentlichen Vortrage nicht erwähnt, man kann nicht immer alles erwähnen, an anderen Orten aber habe ich es auch im öffentlichen Vortrage erwähnt. Man konnte doch immer wieder und wiederum von Zeitungsdiplomaten, Zeitungspolitikern, vielleicht sogar von sogenannten wirklichen Diplomaten, wirklichen Politikern hören: Wenn man auf diese Idealisten und ihr Wissen von der Welt gar in bezug auf das äußere politische Leben etwas geben würde, was für ein Jammer, was für ein Schreckliches würde das sein! — Da will ich Ihnen einmal eine Stelle aus Plancks «Testament eines Deutschen», 1880 geschrieben, vorlesen, wo er spricht von dem jetzigen Krieg — ja, von dem jetzigen Krieg! Und da sagt er folgendes:

«Keine politische Klugheit, keine Friedensliebe von Seiten Deutschlands vermag innerhalb der jetzigen bloß nationalen Ordnung diesen feindlichen Zusammenstoß zu verhindern. Denn mächtiger als alle Klugheit ist die Natur der Verhältnisse; und schon jetzt tritt ungeachtet der befreundeten Haltung Deutschlands und Österreichs die feindliche Stimmung des russischen Ostens nur um so deutlicher hervor, deshalb, weil man ihm nicht in allem die freie Hand lassen konnte, sondern notwendig ein bestimmtes Ziel setzen mußte. Und kommt es dann einst zum Kampfe, so wird derselbe, so sehr wir ihn auch zum Besten Europas auszufechten haben, dieses doch nicht an unserer Seite finden, sondern wie im Osten, so werden

wir zugleich auch im Westen und im Süden uns verteidigen müssen; nach allen Seiten wird die feindlich nationale Eifersucht sich gegen das neue, in ihre Mitte gesetzte Reich erheben.»

Nun frage ich Sie, ob irgend jemand von den «praktischen» Leuten 1880 die Situation von 1914, 1915, 1916 so prägnant geschildert hat? Wie viele von diesen praktischen Leuten haben — ja, wie lange denn! — keine Ahnung davon haben wollen, daß es in bezug auf den Süden zum Beispiel auch so gehen könne? Dieser unpraktische, zu den verschimpften und unpraktischen Leuten gehörende Idealist hat 1880 Worte niedergeschrieben, die genau decken dasjenige, was heute geschieht. Man müßte einen Willen haben, hinzuhorchen auf solche Tatsachen. Dann würde man einsehen, daß allerdings drinnen-stecken in der geistigen Welt und wissen, daß es eine geistige Welt gibt — wie es eine Luft gibt für den physischen Leib —, etwas bedeutet, was das Denken geeignet macht, die Wirklichkeit richtig zu beurteilen.

Sie werden vielleicht verstehen, nachdem ich Ihnen dieses klar gemacht habe an einem Beispielchen, daß der Geistesforscher heute mit Recht sagen kann, wenn man es ihm auch noch nicht glaubt: Heute können die Leute mit dem alten Erbgut des Denkens noch Maschinen erfinden, aber es wird keine fünfzig Jahre dauern, da werden die Leute nichts mehr erfinden, wenn sie sich weigern, die geistigen Einflüsse auf ihr Denken anzunehmen. Und alles wird absterben, was etwas hineinstellen will in die physische Welt, was nicht aus der geistigen Welt herausstammt. Heute können noch Maschinen erfunden werden, weil noch ein altes Erbgut da ist. Dasjenige, was auf anderen Gebieten vielfach geschieht, das zeigt ja doch wohl schon, in welcher Weise das geistige Vermögen wirklich abnimmt, aus der geistigen Welt der physischen Welt etwas einzuverleiben, denn auf vielen Gebieten nennt man heute «nichts können» aus diesem Grunde schon ein «höheres Können». Kein ordentliches Gesicht mehr malen können, sondern irgendwie Striche zusammenzumachen und allerlei Zeug darauf zu schmieren, das hätte der Maler noch vor einiger Zeit genannt — selbstverständlich, der wirkliche Maler tut es auch noch heute — eine Schmiererei. Aber

heute gibt es schon Schulen, die nennen solche Schmiererei die «höhere Kunst», und die wirkliche Kunst ist etwas, was vorbei ist, was nicht mehr da sein soll. Auf allen Gebieten geht es so, auf allen, allen Gebieten.

Das ist es, das man einsehen muß: Die Zeit verlangt von uns, daß wir uns befruchten lassen aus der geistigen Welt heraus. Und nur die Befruchtung wird möglich sein, die eben von dem Ergreifen der geistigen Tatsachen, wie sie Geisteswissenschaft gibt, kommen kann. Und auch die großen Weltenaufgaben werden nur gelöst werden, wenn solche Befruchtung eintreten kann gerade auf diesem Gebiete. Man macht ja heute wirklich die grenzenlos traurigsten Beobachtungen. Immer wieder und wiederum muß man sehen, wie gerade unsere Zeit im Grunde genommen alles Zusammenhanges mit der geistigen Welt bar ist. Wir leben in einer Zeit, die entgegenleben soll — das ist ja oft betont worden — einer Tatsache, die man wie eine zweite Erscheinung des Christus auf Erden bezeichnen kann: Die ätherische Christus-Wesenheit, jene zweite Erscheinung des Christus auf Erden. Aber einer Vorbereitung bedarf es dazu, damit dieses Ereignis nicht vorbeigehe oder damit es nicht verhöhnt, verspottet werde. Und auch dasjenige, was wir jetzt durchmachen, in der richtigen Weise kann es nur durchgemacht werden, wenn ein Bewußtsein vorhanden ist, daß das Furchtbare, das um uns geschieht, wie das gottgesandte Zeichen dafür ist, daß eine Vertiefung der Menschenseele eintreten soll. Das Furchtbarste wäre es, wenn über diese Ereignisse hinaus, welche die Verhältnisse so durcheinander rütteln, das grundmaterialistische Menschendenken sich so erhalten könnte, wie es oftmals den Anschein hat. Das furchtbarste wäre dieses. Und diejenigen, die zur Geisteswissenschaft gehören, müssen das als eine Grundwahrheit in ihre Seele so geschrieben haben, daß sie wirklich stark genug sind, all dem, was auf einen einstürmt von der heutigen Welt noch als Gegnerschaft der Geisteswissenschaft, gegen eine geistige Auffassung des Daseins, begegnen zu können. Man wird ihm nur begegnen können, wenn man immer wieder und wiederum auffrischt den Gedanken an die Notwendigkeit einer geistigen Auffassung der Welt.

Es ist so schwierig, solche Dinge in heutigen weiteren Kreisen verständlich zu machen, weil — auf gewissen Gebieten — die Menschen geradezu vom verkehrten Denken richtig besessen sind. Als ich in einer Stadt neulich einmal davon sprach, wie ein verklungener Ton da ist in dem Geistesleben, als ich den Vortrag hielt, den ich auch hier gehalten habe über den verklungenen Ton im Geistesleben Mitteleuropas, da kamen zwei Menschen zu mir nach dem Vortrage. Die Menschen erklärten mir erstens ihre Verwunderung, daß man in der jetzigen Zeit über die Verhältnisse so spricht. Gerade von dem, was sie Theosophie nennen, hatten sie das nicht erwartet, daß man so spricht; sie hätten sich die Theosophie anders gedacht, denn sie wären Pazifisten. Das ist ja ganz schön, nicht wahr, Pazifist zu sein, nur muß man sich klar sein, daß seit dem Entstehen des Pazifismus die größten, die blutigsten Kriege der Welt geführt werden, eine Tatsache, die ich schon hervorgehoben habe vor einem Jahrzehnt in den Vorträgen des Architektenhauses. Aber ich wollte doch auf eines aufmerksam machen, was einem leicht durchschaubar scheint. Ich sagte: Aber kommen Ihnen nicht alle diese Verhältnisse, ich meine nicht nur die äußeren Kriegsverhältnisse, sondern dieses An-die-Oberfläche-Tragen einer so furchtbaren Verlogenheit, wie sie in den gegensätzlichen Stimmen der Völker zum Vorschein kommt, kommt Ihnen denn das nicht vor wie ein Ad-absurdum-Führen desjenigen, was sich als sogenannte Kultur bisher entwickelt hat? Ist das nicht wie ein Ad-absurdum-Führen? — Ja, sagte der eine Herr, ja, das ist eben jetzt eine Krankheit, die muß geheilt werden. — Man kann ihm selbstverständlich Recht geben: Gut, es ist eine Krankheit. Aber der Mann leckt sich die Finger ab — verzeihen Sie den trivialen Ausdruck —, den richtigen Gedanken zu haben: Es ist eine Krankheit! Er hat aber keine Ahnung davon, daß man von einem solchen richtigen Gedanken nichts hat, daß es nicht darauf ankommt, daß man irgendwie richtige Gedanken hinpfahlen kann, sondern daß man den richtigen Gedanken, auf den es wirklich ankommt, in einem gewissen Zusammenhange einsieht. Es fiel zum Beispiel diesem Manne gar nicht ein, daß es ja ganz richtig sein kann: Das ist eine Krankheit. Aber was ist denn eine Krankheit,

warum kommt sie denn? - Weil vorher die Verhältnisse nicht ordentlich sind! Die Krankheit ist ja schon das Aufbäumen der Natur, um den Menschen gesund zu machen. Dasjenige, was die unnatürlichen Verhältnisse sind, geht ja der Krankheit voran. Die Krankheit ist ja schon ein Versuch, diese ungesunden Verhältnisse herauszubringen. Die Krankheit ist, ich möchte sagen, dasjenige, was sich gegen die vor der Krankheit vorliegende Unnatur wehrt, und dieser Prozeß des Sich-Wehrens, das ist die Krankheit. Also indem er das ausspricht: das ist eine Krankheit —, weist er ja darauf hin, daß die Krankheit notwendig war, weil die unnatürlichen Verhältnisse da waren, und im weitesten Umfange ist dasjenige, was diese unnatürlichen Verhältnisse sind, der alle Kreise beherrschende Materialismus. Natürlich muß man dann den Materialismus im weiteren Sinne fassen. Da muß man den Materialismus so fassen, daß man einsieht, daß er zur Unfruchtbarkeit des Denkens führt, daß er führt zum Zertreten, zum Niederdrücken befähigter Leute, die etwas wissen von der Lebenspraxis, durch die alles niederdrückende Macht der Unfähigen, welche sagen, sie wissen das Praktische. Selbstverständlich wissen sie es, aber wie ?

Ins Fühlen, ins Gemüt müssen befruchtend hineinwirken die geisteswissenschaftlichen Wahrheiten. Und es muß in unserer Zeit eine Anzahl von Menschen geben, welche aus innerlicher Überzeugung treu halten können zu dem, was als Notwendigkeit für die Weltenentwickelung aus der Geisteswissenschaft folgt. Darin wird das werden, was werden soll, dann wird der Christus, wenn er in einer neuen Form sich offenbaren will, diejenigen finden, welche er braucht. Und das muß sein. Wenn er erscheint in seiner ätherischen Gestalt dem oder jenem, dann muß nicht eine Zeit sein, in der dieses Erscheinen des Christus als ein Wahnsinn aufgefaßt wird, sondern aufgefaßt wird als dasjenige, was berufen ist, der Menschheit einen Ruck zu geben nach vorwärts, einen Ruck, der vor allen Dingen darinnen besteht, das Materialistische mit seinen Folgen in gründlicher Weise zu überwinden. Und dieses Jahrhundert wird nicht vergehen dürfen, ohne daß die menschlichen Anschauungen eine ganz andere Gestalt annehmen.

Und wie die Feuerzeichen für dieses Ziel der Menschheit müssen die bedeutsamen, blutigen Ereignisse sein, die wir jetzt um uns herum erleben. Dann werden nicht umsonst die Opfer geflossen sein, die geflossen sind von Seiten derjenigen, die durch die Todespforte oder durch das Erlebnis der blutigen Verwundung gegangen sind. Dann wird alles dasjenige, was jetzt um uns herum vorgeht, beitragen können zur Erhebung der Menschheit. Und das muß sein. Deshalb müssen wir immer wieder und wieder an der oft hier ausgesprochenen Wahrheit festhalten:

Aus dem Mut der Kämpfer, Aus dem Blut der Schlachten, Aus dem Leid Verlassener, Aus des Volkes Opfertaten Wird erwachsen Geistesfrucht — Lenken Seelen geistbewußt Ihren Sinn ins Geisterreich.

DRITTER VORTRAG Berlin, 28. März 1916

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