Enthaltend: Die Geschichte des ewigen Juden, die Abenteuer der sieben Schwaben, nebst vielen andern erbaulichen und ergötzlichen Historien




НазваниеEnthaltend: Die Geschichte des ewigen Juden, die Abenteuer der sieben Schwaben, nebst vielen andern erbaulichen und ergötzlichen Historien
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I. Geschichte des ewigen Juden.

 

Erstes Kapitel.

Als der Herr Jesus – dessen Name hochgelobt sei! – durch die Straßen von Jerusalem sein schweres Kreuz trug nach Golgatha, da ward er matt und müde ob der schweren Last; und, um eine Weile zu ruhen, wollte er sich auf eine Bank setzen vor dem Hause Ahasveri, eines Juden aus dem Stamme Nephthali. Dieser aber wehrte es ihm, sagend, ein Gottesläugner und Sabbathsschänder und Verführer des Volkes solle keine Gemeinschaft haben mit ihm noch mit Allem, was sein sei. Da blickte ihn der Herr an mit dem zürnenden Blicke des Richters, und sagte: Ahasvere, weil du denn des Menschen Sohn keine Rast vergönnst, so sei auch dir fortan keine Ruhe vergönnt, und du sollst wandeln und wandern, bis daß ich wieder kommen werde. Mit diesen Worten ging der Herr weiter; und die Schergen, die ihn führten, zwangen einen gewissen Simeon aus Cyrene, daß er ihm das Kreuz tragen helfe. Ahasverus aber folgte dem Zuge von ferne nach, und es däuchte ihm, als höre er eine Stimme sagen: Und wenn dieser Mensch auch ein Gottesläugner gewesen wäre, und ein Sabbathsschänder und ein Volksverführer, so leidet er da jetzt die Strafe für seine Schuld, und du hättest ihm nicht den Liebesdienst verweigern sollen. Er aber dachte bei sich: Wie hätte er verdient, daß ich Mitleid mit ihm haben sollte. Hat er ja doch den Fluch über mich ausgesprochen. – Und er folgte dem Zuge weiter, und stand unfern dem Hügel Golgatha, wo der Herr ans Kreuz geschlagen und am Kreuze erhöht wurde. Und er sah, wie die Mutter des Gekreuzigten und andere fromme Frauen und viele gerechte Männer um den Sterbenden trauerten und weinten, und eine Stimme sagte, daß er's hören mochte: Wahrhaftig, dieser Mann ist gerecht. Er aber dachte bei sich: War dieser Mensch gerecht vor Gott, und ein Wohlthäter des Volkes, warum hat er die Rache nicht Gott überlassen und mich mit Fluch belegt und Strafe? – Und um die neunte Stunde neigte der Herr Jesus das Haupt, und verschied. Und die Sonne und der Mond wurden verfinstert, die Erde erbebte, die Todten stiegen aus ihren Gräbern und der Vorhang des Tempels riß entzwei von oben bis nach unten. Da erbleichte Ahasverus, und ein Schreck durchzuckte seine Glieder, daß er erzitterte, und ein furchtbarer Gedanke stieg auf in seinem Innern, und er glaubte und rief: Wahrhaftig, mich hat Gottes Fluch getroffen. Und verzweifelnd an der Gnade rannte er von dannen und ward nicht mehr gesehen in der Nähe der Gottesstadt.

 Zweites Kapitel.

 

Als man zählte das fünfzigste Jahr nach unserm Heil, da kroch ein fremder, wilder Mensch hervor aus einer Höhle des Libanon. – Ein Jünger des Herrn, der des Weges vorbei zog, sah ihn. – Lange Haare deckten das Gesicht und die Brust; zerlumpte Kleider hingen an seinem Leibe: Haupt und Füße waren unbedeckt; und wie er aus der Höhle getreten war, ballte er seine Fäuste und schlug sie gewaltig auf seine Brust, daß es klang, wie von einem geschlagenen Erz; und der Mensch ächzte und stöhnte und rief: »O! nicht sterben können, nicht sterben können!« Dann sah er mit verstörtem Blick auf die Gegend umher, die schön geschmückt war wie eine Braut, im Frühlingsschmucke, und überall war fröhliches Leben und lauter Jubel, wie an einem Hochzeitfest. Der arme Mensch aber freute sich nicht, sondern ächzte und stöhnte wieder und rief: »Nicht sterben können! O, und nicht leben wollen!« – Dann wankte er wieder weiter und stand nun vor dem Jünger des Herrn. Der redete ihn an mit dem Gruße des Christen: Gelobt sei Jesus Christus! Da sah ihn der Fremde mit starrem Auge an, und, indem er die Faust drohend erhob, rief er: »Verflucht!« daß der Berg widerhallte von dem schrecklichen Worte. Der Jünger wandte sich von ihm ab, voll des Entsetzens, und der Fremde brach in ein gräßliches Hohngelächter aus, als lachte die Hölle aus ihm. – Es war Ahasverus, der ewige Jude. Seit jener Zeit, als er, wie Kain vor dem Angesichte Gottes, von der heiligen Schädelstätte weggeflohen, hatte er sich in den Schluchten und Höhlen des Libanon aufgehalten; er aß und trank nicht, und lebte doch fort; er quälte und marterte sich, und stieß das Haupt an den Felsen, und stürzte sich in den Abgrund, und konnte doch nicht sterben; er wollte wenigstens das Angedenken an das frühere Leben auslöschen, und floh die Welt und die Menschen, aber seine Schuld schwebte doch immer vor seinem Gedächtniß, und er fühlte, daß er lebe, leben müsse zu seiner Qual und Strafe. Und die vielen Jahre und die langen Tage waren ihm so dahin geflossen in banger Verzweiflung; und er sah immer noch vor sich kein Ende, eine Erlösung. So stand der Unglückselige in der weiten Gotteswelt allein, und er sah die Frommen fliehen vor ihm, wie vor einem Verpesteten, wie vor Kain, den Gott gezeichnet. Da lachte er voll Hohn und Spott, und er rief: »Nicht sterben können? Wohlan, so will ich denn leben, – dem Nazarener zum Trotz!« Und er lief von dannen, wie ein gescheuchtes Wild, das vom Pfeil des Jägers getroffen ist.

 Drittes Kapitel.

 

In Rom, der Stadt, die damals den ganzen Erdkreis beherrschte, war so eben eine unzählbare Menge Volkes versammelt, um den blutigen Spielen zuzusehen, welche der Kaiser gab zur Feier seiner Erhebung auf den Thron. Unter den hundert und tausend Fechtern, welche auf den Wahlplatz traten, und mit einander kämpften auf Leben und Tod, war einer, der die Augen Aller auf sich zog. Obgleich er nur von mittelmäßigem Wuchse war, und in der Fechtkunst, wie man wol sah, nicht erfahren, so überwand er doch alle seine Gegner; und alle ihre Faustschläge und ihre Dolchstöße prallten ab von seinem Körper, als wäre er von gediegenem Erz. So wurde er denn zuletzt im Triumph in den Palast des Kaisers geführt, und dort mit allem versehen in Kleidung und Nahrung, was nur Kostbares gedacht werden kann. Aber Ahasverus – denn dies war der unbezwingliche Fechter – konnte keine Freude empfinden an allen diesen Herrlichkeiten. Denn wie einer, der ein Fehl an seinem Auge hat, den schwarzen Fleck überall sieht, auch an dem schönsten Gegenstand, wo er nur hinschauen mag, so sah auch er immer seine Schuld vor sich, und er konnte sich seines Lebens nicht freuen. Und als drei Tage vergangen waren, so trieb es ihn fort aus Rom, er mochte wollen oder nicht. So durchwanderte er nun viele Jahre lang Italien von Ort zu Ort; er sah Städte und Menschen, aber ihr Getümmel und Getreibe wollten ihm nicht behagen; er suchte Freuden überall, aber es däuchte ihm, daß sich ihr Antlitz, wenn er's näher besah, in scheußliche Gestalt verwandelte; er soff die Wollust ein wie Wasser, aber das Andenken an seine Schuld und an seine Strafe mischte sich wie Galle in jeden Genuß, und er war unglücklich mitten im Glücke. – Da kam eines Tages das Gerücht zu seinen Ohren, daß Jerusalem von den Römern belagert werden solle; und an die heilige Stadt gedenkend und an die Gräber seiner Väter, beschloß er dahin zu gehen, und für das Gesetz zu streiten und zu sterben. »Zu sterben?« rief's in seinem Innern. Er aber nährte die Hoffnung, daß Juda obsiegen werde über Heiden und Christen, und daß mit der Vernichtung des Namens dessen, den er nicht auszusprechen wagte, auch der Zauber schwinden werde, womit er umstrickt war.

 Viertes Kapitel.

 

In Jerusalem, der heiligen Stadt, war Elend, Jammer und Noth, wie's nie erhört worden war, und nie wird erhört werden. Denn sie war verworfen von dem Herrn, seit sie des Gerechten Blut vergossen. Die Heiden umlagerten sie bereits schon zwei Jahre lang, und drängten sie immer mehr, und warfen ihre Mauern darnieder, und tödteten ihr Volk, das auserwählte, das der Herrn verworfen. Und es war Wehgeschrei und lautes Jammern in den Häusern und auf den Gassen; und der Hunger wüthete so sehr in ihren Eingeweiden, daß die Mutter ihr eigenes Kind schlachtete und es aufzehrte... Ahasverus sah den Jammer, aber er rührte sein Herz nicht. Er sah Tausende zu seiner Linken hinsinken, und Tausende zu seiner Rechten, aber er schritt über die Erschlagenen hin, und zwischen die Schwerter der Feinde, wie ein Gespenst, das weder dem Leben noch dem Tode angehört. Er suchte den Tod, und fand ihn nicht; er suchte sich vom Leben zu befreien, und er konnte es nicht von sich schleudern; denn wie eine Schlange umwand es ihn, und er fühlte es nur an dem Schmerz seiner giftigen Bisse. Als nun die Zeit der Rache vollendet war, und die Heiden bis in das Innerste der Stadt gedrungen und an das Allerheiligste, den Tempel, Feuer angelegt, das ihn verzehrte; und als nun Ahasverus auf den Trümmern der eingeäscherten Stadt stand und zwischen Leichenhügeln seiner erschlagenen Brüder, da raufte er sich die Haare aus und er jammerte und fluchte, daß er allein nur übrig bleiben mußte in der allgemeinen Verwüstung, und daß er nicht sterben könne... Und wie die heidnischen Kriegsknechte ihn nun ergriffen und banden, ließ er sich ohne Widerstand abführen; und so ward er denn nebst einigen Tausenden, die vom Gemetzel verschont geblieben, gefangen nach Rom geschleppt.

 Fünftes Kapitel.

 

Ahasverus lebte nun mehrere Jahre lang als Sklave in Rom, und mußte sich zu den schwersten Arbeiten und zu den niedrigsten Verrichtungen gebrauchen lassen. Er aber that und duldete alles, als wenn es ihn nicht anginge; wie vordem die Freude, so machte jetzt das Leid keinen Eindruck auf ihn; denn er kannte schon kein anderes Unglück mehr, als das Leben, und sehnte sich nach keinem andern Glück, als nach dem Tod. Er trotzte dem Schicksal, das ihn verfolgte, und nichts in der Welt berührte ihn mehr, als der Gedanke an seine Schuld und Strafe. Er war wie ein Mensch, der an der Starrsucht krank liegt; der sieht und hört, als sähe und hörte er nicht, und empfindet keinen andern Schmerz, als den Schmerz des Daseins und dieses furchtbaren Zustandes eines Scheinlebens und Scheintodes. Um jene Zeit brach in Rom eine grausame Verfolgung der Christen aus, und Richter und Henker ersannen alle nur erdenklichen Martern, um die Gläubigen von Christo abwendig zu machen, und sie zu zwingen, daß sie den Götzen opferten. Ahasverus sah mit boshafter Freude, wie die Anhänger Dessen, der ihn verflucht, von den Heiden verfolgt und gemartert wurden, und um seine Rache an ihnen auszulassen, bot er sich selbst an zum Henkerdienste. Und manches unschuldige Opfer wurde von seinen Händen erwürgt mit gedoppelter Qual. Er aber konnte sich der Rache nicht erfreuen; denn das Beil, womit er schlug, durchschnitt seine eigene Seele, und das Gift, das er reichte, wüthete in seinem eigenen Herzen, und das Feuer, das er schürte, brannte in seinen eigenen Eingeweiden; und er sah sie ja sterben, die Märtyrer, freudig sterben, und er mußte leben, qualvoll leben!... Eines Tages, als nach der Hinrichtung eines heiligen Greises, der, Gott lobend und dankend, seinen Geist aufgegeben, aus der Menge der Zuschauer sich mehrere Christen hervordrängten, und immer mehrere, rufend: Auch sie seien Christen, und wollten für Christo sterben; und als der weite Platz erscholl von dem einen Zeugniß des gekreuzigten Gottes, und die Zeugen auf der Stätte umher lagen, Leichen an Leichen, eine große, heilige Saat, da wurde Ahasverus von dem Geiste ergriffen, und er warf das Henkerbeil hinweg, und stellte sich unter die Christen, die noch des Todes harrten, und rief bebend: Auch ich glaube an Christum. Da packten ihn die Schergen, und, ergrimmt über das böse Beispiel, das er vor allem Volke gegeben, sparten sie ihn zu den letzten und grausamsten Martern auf. Er aber, in der freudigen Hoffnung, daß er nun den Tod erleiden werde, den er vor allem wünschte, empfand keine Schmerzen; und das glühende Erz, das sie ihm in den Mund gossen, floß ihm hinab, wie kühlender Trank, und die Wunden, die sie ihm am Leibe schlugen, däuchten ihm Rosen, als aus denen ihm der Tod erblühen würde. Und so ließen ihn die Henker für todt auf der Stätte liegen. Er aber war nicht todt, sondern er schlummerte nur, zum ersten Male seit jenem schrecklichen Tage, ruhig, ohne böse Träume, in seliger Vergessenheit seiner selbst...

 Sechstes Kapitel.

 

In der folgenden Nacht kamen die Gläubigen, um in aller Stille die Leichname der Heiligen hinweg zu tragen und zu begraben. Und ein frommer Mann nahm auch Ahasverum auf seine Schulter, und trug ihn von dannen in eine der unterirdischen Grüfte von Rom, wo die Gläubigen ihre Todten begruben, und bei den Gräbern der Märtyrer ihren Gottesdienst hielten. Und das versammelte Volk stimmte heilige Gesänge an, und sie lobten Gott und den er zum Heile der Welt gesandt, Jesum Christum, und sie priesen selig Alle, die für seinen Namen gestorben und die Krone der Zeugschaft erhalten haben. Unter den Gebeten und Lobgesängen erwachte Ahasverus; er richtete sich auf unter den Todten, die umher lagen, und er rief mit herzzerschneidendem Jammer: »Ja wol selig die, welche gestorben sind in dem Herrn. Aber ach, mich Unglücklichen verfolgt das Leben, denn es ist sein Fluch!« Die Gläubigen erbebten vor seiner Stimme, und jener fromme Mann, der ihn dahin getragen – es war der Priester der Gemeine, und sein Angesicht leuchtete, wie das Angesicht eines Engels – der trat zu ihm und tröstete ihn, und fragte ihn, als ob er ihn kennete: »Ahasvere, glaubst du an Christum?« Ahasverus verbarg sein Antlitz, und antwortete mit dumpfer Stimme: »Ich glaube und – zittere.« Der fromme Priester aber ließ nicht ab, ihn zu trösten, und er sagte: »Ahasvere, hast du eine schwere Sünde begangen an dem Herrn, so verzweifle nicht an seiner Gnade. Er hat verziehen der Sünderin Magdalena, und dem Jünger, der ihn verläugnet. Und als er auf Golgatha am Kreuze sterbend hing, betete er noch für seine Peiniger, sagend: Herr, verzeih ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thun. Und zu dem Mörder, der neben ihm am Kreuze hing, und der vertrauend an ihn glaubte, sagte er: Heute wirst du noch mit mir im Paradiese sein!« Ahasverus aber sagte: »So hat er denn Allen verziehen, nur mir nicht; auf mir allein noch ruht sein Fluch, seine Strafe; drum so muß ja meine Schuld größer sein, als die Schuld Aller, und für mich ist kein Erbarmen, kein Tod, bis daß er kommen wird.« Bei diesen Worten verließ er die Versammlung der Gläubigen, und verschwand aus Rom und floh alle Gegenden, wo das Kreuz gepredigt wurde.

 Siebentes Kapitel.

 

Wollte ich dir, christlicher Leser, alles erzählen, was sich ferner in den folgenden Jahren und Jahrhunderten mit dem ewigen Juden zugetragen und dir auch nur alle die Länder nennen, die er durchzogen, ohne irgendwo Ruhe zu finden: ich müßte ein Buch schreiben, wozu ein ganzes Menschenleben nicht zureichen würde. Ich will dir daher hievon nur so viel sagen, daß es kein Land in der Welt gibt, in das er nicht gekommen – denn es war ihm zuwider, einen und denselben Weg zu machen – und daß keine Widerwärtigkeiten zu gedenken, denen er nicht ausgesetzt worden, oder sich selbst ausgesetzt hat, aus Haß gegen sich und sein Leben. Einmal durchzog er die unwirthbaren Wälder und Sümpfe des alten Deutschlands, und drang hinauf bis in die Länder, wo ewiger Schnee die Erde deckt, und eine lange, lange Nacht alljährlich die Menschen umfängt; und die Decke von Eis däuchte ihm ein kühlendes Pfühl für sein brennendes Herz, und die Nacht stimmte zur Finsterniß, von der sein Geist umhüllt war. Ein anderes Mal wanderte er über die langen Steppen von Asien, und hinunter gen Arabien, und die Wüsten von Afrika hindurch; und sein Gehirn wurde schier versengt von dem heißen Sonnenstrahl, und die Zunge klebte am Gaumen vor brennendem Durst, und kein Schatten, keine Quelle, keine Nahrung erquickte den Wanderer. Und er konnte doch nicht sterben. Er mengte sich in halbem Wahnsinn in die blutigen Kriege wilder Horden, und warf sich mitten unter die feindlichen Schaaren, und verbreitete Tod und Verderben, hoffend, daß der gereizte Feind ihn tödten würde. Die feindliche Waffe verletzte ihn nicht. Er suchte die unglückseligen Oerter auf, wo die Pest wüthete, und gesellte sich zu den Kranken, und leckte an ihren Beulen, und sog den Tod in sich. Der Tod schadete ihm nicht. Er stürzte sich in das Meer, in die brausende Brandung, in die tiefsten Wirbel; das Wasser warf ihn wieder aus. Er konnte nicht sterben. – Jedoch gab es nur hie und da Zeiten, wo er sich so unsinniger Dinge vermaß, dann nämlich, wenn der alte Stolz und Trotz wieder in seinem Herzen aufstiegen, als hätte der Herrn unbarmherzig und grausam an ihm gehandelt durch die Strafe, die er über ihn verhängt. In der übrigen Zeit aber, seit jenem Tage an, wo er die Marter erlitten von wegen des Bekenntnisses, und in der Gemeinde der Christen erwachte vor dem frommen Mann, deß Angesicht geleuchtet, wie das eines Engels, seitdem war er meistens ruhig bei all seiner Unruhe, und still bei all seinen Leiden. Denn er dachte an die schwere Schuld, die er verschuldet an dem Herrn, als er ihm verweigert, auszuruhen auf seinem schweren Gange zu seinem Tode, und er fühlte wohl, daß ihm Recht widerfahre, wenn er deßhalb nirgends Ruhe finden würde sein ganzes Leben lang. So zog denn allmählich Demuth in sein Herz ein, und mit Demuth jene Ergebung, die den vergeblichen und unrühmlichen Kampf aufgibt gegen eine höhere, gerechte Macht.

 
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