Enthaltend: Die Geschichte des ewigen Juden, die Abenteuer der sieben Schwaben, nebst vielen andern erbaulichen und ergötzlichen Historien




НазваниеEnthaltend: Die Geschichte des ewigen Juden, die Abenteuer der sieben Schwaben, nebst vielen andern erbaulichen und ergötzlichen Historien
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Wie die sieben Schwaben weiter ziehen, und welchen Weg sie einschlagen.

 

Der Allgäuer, der an der Spitze ging, stimmte sein Posthörnle an und blies ein Trompeterstückle; hinter ihm kam der Seehaas und dann der Nestelschwab, der ihm seinen Bünkel auf dem Buckel trug; drauf folgte der Blitzschwab, der sang: Es geht ein Butzemann im Reich herum, Didum, Bidi, Bum. Dann kam der Spiegelschwab, und ganz hintennach grattelte und pfnauste der Knöpfleschwab mit seinen Häfen und Pfannen. Und sie trugen zusammen, Mann für Mann, den Spieß, und sahen schier aus, wie ein Wiedle gespießter Lerchen. – Sie waren aber schon eine ziemliche Weile gegangen, da fiel's ihnen erst ein, zu überlegen, welchen Weg sie einschlagen sollten nach dem Bodensee, wo das Ungeheuer hauste, das zu erlegen war. Der Allgäuer meinte, sie sollten der Wertach nachgehen, dann kämen sie ans Gebirg, und dann könnte sie nimmer fehlen. Der Gelbfüßler aber sagte: Ueber das Gebirg sei es ein Umweg; sie sollten ihm folgen bis an den Neckar; der Neckar fließe in den Rhein, und der Rhein in den Bodensee. Potz Blitz! sagte der Blitzschwab, ein braver Mann geht gradaus. Und die andern lobten ihn deshalb, und sie beschlossen, gradaus zu gehen, zwischen Göggingen und Pfersen durch, und weiter. Und so wateten sie denn durch die Wertach, weil die Brücke abseiten lag, und gingen weiter über Stock und Stein, über Wiesen und Felder, durch Wüsten und Wälder, Berg auf Berg ab, bis sie an Ort und Stelle kamen.

 Wie die sieben Schwaben von einer Zigeunerin sich wahrsagen lassen.

 

Die sieben Schwaben hatten aber auf dem Wege dahin noch viele Abenteuer zu bestehen, woran sicher die Zigeunerin schuld war, die alte Hex'. Die saß nämlich außerhalb Kriegshaber an einer Staude am Weg, und kochte ein wunderliches Zeug durch einander. – Knöpfle sind's einmal nicht, sagte der Knöpfleschwab, als er in den Kessel hinein guckte; und der Blitzschwab meinte gar, er sehe auf der schwarzbraunen Brüh statt Pfeffer und Schmalz, Mausdreck und Krötenaugen schwimmen, so daß es ihm fast den Magen im Leibe umkehrte. Der Spiegelschwab aber ging auf die Zigeunerin zu, und sagte: Alte Trampel! du mußt mir wahrsagen. Die besah ihm die Hand, und sagte:

 

Wer Weiberjoch auf sich muß tragen,

Hat wol von großer Noth zu sagen.

 

Die Blitzhex redet wahr, sagte der Spiegelschwab, und schob den Gelbfüßler hin. Dem lugte sie auch in die Hand, und sagte:

 

Einem, der ist übermannt,

Dem ist das Fliehen keine Schand'.

 

Die stichelt auf meine Stiefele, dachte er, und sie weiß, daß ich laufen kann. Da die beiden Gesellen mit der Wahrsagerin zufrieden zu sein schienen, so folgten auch die andern. Und zum Seehasen sagte sie:

 

Ein Ding man leget manchem vor,

Wenn man es thät, der wär ein Thor.

 

Zum Knöpfleschwaben sagte sie:

 

Was man erspart an seinem Mund,

Das frißt die Katze oder Hund.

 

Zum Nestelschwaben sagte sie:

 

Den Esel kennt man an den Ohren,

An der Red' Weise und Thoren.

 

Zum Allgäuer sagte sie:

 

Der Wagen wird nicht wohl geführt,

Wenn Ochsen ungleich angeschirrt.

 

Bygost! sagte der Allgäuer, das hab' ich selber schon oft erfahren, wenn ich hab' Mist ausgeführt. Die Hex' sieht einem, wägerle! durch das Herz. Der Blitzschwab aber, der tiefer in den Hafen geguckt, wollte mit der Heidin nichts zu schaffen haben, sondern stieß ihr vielmehr den Kessel um und ins Feuer, so daß dieses mit Prasseln auseinander gefahren und ausgeloschen ist. Die Zigeunerin aber, voller Zorn, rief ihm mit schätternder Stimme nach:

 

Jungfrau Lieb' ist fahrend Hab',

Heut »Herzliebster«, morgen »Schabab«.

 

Und so konnten denn die sieben Schwaben ihrem Schicksal nicht entgehen.

 In diesen und den andern Kapiteln wird erzählt, was sich vor der Hand mit den sieben Schwaben zugetragen hat.

 

Es ist aber an der Zeit, daß ich dich, günstiger Leser, mit den Helden dieser Geschichte näher bekannt mache, und was dir sonst zu wissen nöthig ist, aufrichtig erzähle. Vernimm also, daß der Seehaas ausgegangen ist – – – Du mußt aber wissen, daß dies ein Schimpfname für ihn geworden seit der Zeit, als die sieben Schwaben ihr Abenteuer gehabt, von welchem du, wenn du Geduld hast, am Ende hören wirst; er ist aber zu Ueberlingen am Bodensee zuerst Eschhay, dann Bannwart gewesen. Der traf unweit Freiburg im Breisgau den Nestelschwaben an, hinter einem Zaun, wo er etwas zu thun hatte, was der so eben gethan hatte. Und sie machten sogleich Bekanntschaft, wie ehrliche Schwaben zu thun pflegen. Der Seehaas fragte ihn, was er für ein Landsmann sei. Jener sagte, er sei kein Landsmann, sondern nur ein Menbub bei jenem Bauern, der dort den Acker pflüge. Da merkte der Seehaas sogleich, mit wem er's zu thun habe; und so ein Dummrian war ihm recht. Er that ihm daher den Vorschlag, er solle mit ihm kommen als sein Knecht, der ihm den Bünkel trage; und wenn er etwas erzähle, so solle er nichts sagen, als daß es wahr sei. Jener sagte, er wisse aber nicht, was wahr sei oder nicht wahr. Drauf der Seehaas: Merk, Bauernlümmel, Hott bedeutet wahr, Hüst nicht wahr. So verstehe er's, sagte Jener, und er wolle mit ihm gehen und ihm um einen Batzen Wochenlohn seinen Bünkel tragen durch die ganze Welt und weiter. – Und die Geschichte weiß noch bis heutig's Tags nicht anzugeben, was dieser Mensch für ein Landsmann gewesen, ob ein Schwab, oder ein Schweizer, oder ein Pfälzer, oder sonst einer aus dem deutschen Reich; denn er redete in allen Landssprachen und in keiner recht. Er wird aber der Nestelschwab darum genannt, weil er, statt der Knöpfe, Nesteln hatte an Janker und Hosen; und da die meiste Zeit eine und die andere zerrissen war, besonders an den Hosen, so mußte er immer nachhelfen mit der einen Hand, was ihm dann so sehr zur Gewohnheit geworden, daß er auch dann so that, wann er nicht also hätte thun dürfen. Beide zogen aber weiter, und kamen zum Gelbfüßler, der in Bopfingen ansässig war.

 Vom Gelbfüßler, und was sich weiter begeben.

 

Man erzählt, daß als die von Bopfingen ihrem Herzog die jährliche Abgabe, die in Eiern bestanden, einstmals geben wollten, hätten sie die Eier in einen Krättenwagen gethan, und damit recht viele hinein gingen, mit den Füßen eingetreten, was denn ihrer Ehrlichkeit keine Schande macht. – Daher haben sie denn alle, die aus jener Gegend sind, in böser Leute Mund den Namen Gelbfüßler erhalten. Zu einem von diesen, der Bopfinger Bot war, kam nun der Seehaas, und erzählte ihm: Wie daß in dem großen Wald am Bodensee ein fürchterliches Thier hause, welches Land und Leuten großen Schaden thue. Beschreiben könne er es ihm gar nicht; aber es sei so groß wie eine wilde Katz, doch weit scheußlicher und grauerlicher anzusehen; und Augen habe es im Kopf, so groß, wie Goldgulden, die funkelten nicht anders, als wie das höllische Feuer; und Ohren habe es – – Nicht wahr, Landsmann? Hüst! sagte der Nestelschwab. Hott! sagte der Seehaas. 'S ist wägerle wahr, sagte der Nestelschwab. Und Jener fuhr fort: Er beschwöre daher den Landsmann um des gemeinen Besten willen, er möge ihm zu Rath und That sein, und ihm getreuliche Gespanen zu werben suchen aus allen schwäbischen Gauen. Der Gelbfüßler sagte: Fechten könne er zwar nicht; aber sei's mit dem Laufen gethan, so könne er den Teufel auf dem freien Feld fangen. Da der Seehaas sagte, so einen Mann könne er brauchen, so schlug der Gelbfüßler ein, und sagte: Er müsse nur noch seine Stiefele anziehn, und seine Ränzle packen. Als dies geschehen, so zogen sie weiter. Anfangs waren sie uneins, wohin sie sich wenden sollten, ob gegen das Ries oder die Donau. Im Ries, sagte der Gelbfüßler, gebe es wol viele Gänse, hab' er gehört, aber er wisse nicht, ob es auch Menschen dort gebe. Der Seehaas aber meinte: Das Sehen koste nichts; und erfahren wir's nicht neu, sagte er, so erfahren wir's doch alt. Und damit gingen sie nach dem Ries.

 Vom Knöpfleschwaben, und was sich weiter zugetragen.

 

In dem gesegneten Schwabenland, besonders in jener Gegend, wovon so eben Meldung geschehen, besteht die löbliche Gewohnheit, daß man täglichs Tags fünf Mal ißt, und zwar fünf Mal Suppe, und zwei Mal dazu Knöpfle oder Spätzle, daher denn die Leute dort in der Umgegend auch Suppen- oder Knöpfleschwaben genannt werden; und man sagt, daß sie zwei Mägen hätten, aber kein Herz. – Der Seehaas brachte also seine Werbung an, und sagte: Wie daß in dem großen Wald am Bodensee ein fürchterliches Thier hause, welches Land und Leuten großen Schaden thäte. Augen habe es im Kopf, feurige, die so groß wären, wie ein Salzbüchsle. Hott! sagte der Nestelschwab; aber der Gelbfüßler stieß dem Seehasen in die Rippen, vermeinend, er solle nicht so lügen. Der aber ließ sich nicht irr machen, sondern fuhr fort zu erzählen: Das Ungeheuer wachse zusehends, je länger man es anluge, und werde so groß, wie ein Pudelhund. Er bitte ihn also um der Landsmannschaft willen, er möchte ihm zu Rath und That sein, und ihm beihelfen tüchtige Gesellen zu werben. Der Knöpfleschwab sagte: Fechten sei zwar seine Leidenschaft nicht; aber wenn sie einen brauchten, um ihnen Knöpfle zu kochen, so gehe er mit los auf das Abenteuer. Als sie Handels eins wurden, packte der Knöpfleschwab Häfen und Pfannen auf, und zog mit ihnen weiter. Und sie wendeten sich nun nach dem Lechfeld zum Blitzschwaben, den sie zu Meitingen im Wirthshaus bei einem Mäßle weißen Gerstenbiers trafen.

 Vom Blitzschwaben, und was sich sonst ereignet.

 

Nachdem sich die Landsleute das »G'segn' Gott!« und »Dank Gott!« zugetrunken hatten, fing der Seehaas an zu erzählen, sagend: Wie daß in dem großen Wald am Bodensee ein fürchterliches Thier hause, welches Land und Leuten großen Schaden thäte. Es sei so groß wie ein Mastochs, und habe Augen im Kopf wie die Mondscheibe; und das Thier wachse zusehends, je länger man es anluge. Potz Blitz, sagte der Blitzschwab; das möcht' ich einmal sehen; ich ließe mir's, beim Teuxel! einen Dreibätzner kosten. Der Seehaas sagte: Er könne es umsonst sehen, er solle nur mitkommen, und ihm und seinen Gesellen zu Rath und That stehen beim Abenteuer. Darauf der Blitzschwab: Fechten sei zwar sein Handwerk nicht, aber schimpfen könne er, wie ein Rohrspatz, und fluchen, wie ein Heid. Der Seehaas meinte, man wisse nicht, wozu ein Ding gut sein könne, und er solle nur mitkommen. Jener schlug ein, nachdem er noch ein Känntle Branntwein zu sich genommen, um, wie er sagte, die Magenwinde zu vertheilen, die das vermaledeite Bier mache. Dabei sang er – denn er war ein lustiger Vogel, was man ihm sogleich abmerkte – das Liedlein:

 

Wo soll ich mich hinkehren,

Ich dummes Brüderlein,

Wie soll ich mich ernähren,

Mein Gut ist viel zu klein;

 

Wie wir ein Wesen han,

So muß ich bald daran,

Was ich heut soll verzehren,

Ist gestern schon gethan.

 

Und drauf zogen die Gesellen weiter, und kamen zum Spiegelschwaben, der in Memmingen zu Haus war.

 Vom Spiegelschwaben und dem Allgäuer, und was ferner geschehen.

 

Zu derselbigen Zeit waren die Fazinetle noch nicht im Brauch, und daher schlenzten einige das Ding gleich von sich weg, was jetzt die vornehmen Leute in den Sack stecken; andere schmierten es unter die Uechse oder zwischen die Grattel, wo es sich wieder von selbst abwetzte; andere dagegen, wie der Spiegelschwab, putzten es an den Vorderärmel, wo es sich zum Spiegel ansetzte, und beim Sonnenschein glitzerte. Zu diesem kam der Seehaas mit seinen Gespanen, und stellte ihm das Anliegen vor, erzählend, wie daß am See droben ein Ungeheuer hause, so groß wie ein Trampelthier, mit Augen, wie Mühlsteine; und er bitte daher, er möge um des gemeinen Besten willen zu Rath und That stehen. Der Spiegelschwab sagte: Rath könne er geben, aber mit der That sehe es schlecht aus, indem er nicht einmal sein Weib meistern könne, die freilich sieben Häute habe, wie ein Memminger Zwiefel. (Und hat also die Zigeunerin Recht gehabt.) Er wisse aber einen, der es mit dem Teufel selbst aufnehme: das sei der Allgäuer. – Zu dem gingen sie nun miteinander, und der war gleich bereit, obwol der Seehaas ihm das Ungeheuer noch viel schrecklicher vorstellte, als den andern, indem er sagte: Es sei so groß wie ein Haus, und habe Augen im Kopf, wie Mühlräder, die im Um- und Umgehen Feuer auswürfen. – Bygost! sagte der Allgäuer, es wird halt dennest nur ein Vieh sein; und der Mensch ist stärker mit Gottes Hilfe, als alles Gethier auf Erden. Ja, sagte der Seehaas, und es geht ein Sprüchwort: Gott verläßt keinen ehrlichen Schwaben nicht. Durch diese Reden bekamen die übrigen noch einmal so viel Muth, und sie gaben sich alle getreulich die Hand, daß sie einander beistehen wollten als Freunde und Landsleute in allen Gefahren und Nöthen Leibs und der Seele. Und so beschlossen denn die sieben Schwaben mit einander zuerst nach Augsburg zu gehen, wie schon oben erzählt worden, um, wie es tapfern Christenmenschen geziemt, sich vor allem mit Streitzeug zu versehen.

 Wie die sieben Schwaben auf einen Bären stoßen, und was sie dazu sagen.

 

Wir wollen aber die sieben Schwaben auf ihrem Weg einholen, und da treffen wir sie, vier bis fünf Stunden außer Augsburg in einem Hohlweg, den sie eben durchziehen. Und sieh da! ein großmächtiger Bär liegt da am Weg, und der Allgäuer bemerkt ihn nicht eher, bis er fast mit der Nase auf ihn fällt. Der schreit, was er kann: Ein Bär! ein Bär! und stößt den Spieß aus Leibeskräften gegen das Thier. Doch das rührte sich nicht mehr, denn es war maustodt. Drob erfreut, schaut der Allgäuer um, und sieht die Gesellen alle auf dem Boden liegen, und, vermeinend, sie seien auch todt, und er habe sie hinterrücks mit dem Spieß erstochen, fing er laut an zu lamentiren. Die aber waren, man weiß nicht, ob aus Schrecken, oder weil sie den Spieß zu fest gehalten, zu Boden gefallen; und, als sie hörten, daß der Bär todt sei, standen sie frisch und gesund wieder auf, und stellten sich um den Bären herum, und der eine rupfte ihn beim Pelz, und der andere steckte gar seine Hand in den Rachen, und kein einziger fürchtete sich mehr vor ihm. Und als sie den Bären näher untersuchten und kein Loch an ihm fanden, als das, was er schon bei seinen Lebzeiten gehabt, so merkten sie wol, daß er nicht erstochen sei, sondern verreckt; und der Spiegelschwab warf die Frage auf: woran er wol gestorben sein mag. Der Knöpfleschwab sagte: woran denn sonst als am Hunger. Nein, sagte der Gelbfüßler, aus Kälte. Und so hatte denn Jeder seine aparte Meinung, wie die Schildbürger ob des todten Wolfes. Errathen aber hat's wol nur der Spiegelschwab, der pfiffigste unter ihnen, welcher sagte: er sei, wo nicht an Wehtagen, doch am Tod gestorben. Hierauf hielten sie Rath, was sie mit dem Luder anfangen wollten, und nach langem Hin- und Herreden beschlossen sie, ihm die Haut abzuziehen; die sollte einst demjenigen zu Theil werden, der sich beim Abenteuer am männlichsten halten werde. Das Aas wollten sie liegen lassen. So mögen ihn die Schafe fressen, wie er zuvor die Schafe gefressen, sagte einer, ich weiß nicht mehr, was für einer.

 Wie die sieben Schwaben in den Stauden stecken bleiben.

 

Als die sieben Schwaben tiefer in die Stauden kamen, blieben sie darin stecken. Der Wald wurde immer dichter und dichter; und einstmals, als der Allgäuer vor einem Baum stand, sagte er: Bygost! durch muß ich; und druckte und beugte den Spieß so gewaltig seitwärts, daß der Knöpfleschwab zwischen einem Baum und dem Spieß eingeklemmt wurde, und sie alle weder vor- noch rückwärts konnten. Und ist also wahr geworden, was die Zigeunerin prophezeit hatte: Der Wagen wird nicht wohl geführt, wenn ungleich Ochsen angeschirrt. Die Gesellen wollten zwar ihren Kumpan wieder losmachen; da sie aber aus allzugroßem Eifer an dem Leichnam zogen, der eine nach oben, der andere nach unten, und links und rechts zu gleicher Zeit, so ging eben das Ding nicht vorwärts, und sie hätten ihn fast geviertheilt. Endlich besann sich der Allgäuer, und rief: Bygost! ich mußte des Teufels sein, wenn mir Gott nicht hülfe! Und er sagte: Hy Ochs! und packte den Baum, der den armen Schächer einzwängte, und riß ihn mit einem Riß, daß es krachte, wurzelaus, so daß der Knöpfleschwab, halb entseelt, losschnellte, und hinpflumpfte, als wär er in den Boden eingerammelt. Da bekamen die Gesellen erst rechten Respect vor dem Allgäuer, den sie sonst für tappet und talket halten mochten. Und der günstige Leser, welcher das Stücklein nicht glauben will, kann selbst nachsehen auf dem Platz, wo der Baum noch liegt bis auf den heutigen Tag.

 
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